Letzte Woche Freitag ging es mit Christian auf den Nachmittag direkt nach der Arbeit mit dem Flieger anderthalb Stunden Richtung Norden nach Proserpine, eine halbe Fahrstunde von Airlie Beach entfernt, dem Tor zu den Whitsundays, einer Inselgruppe bestehend aus 74 Inseln. Für die eine Nacht in Airlie Beach waren wir im YHA untergebracht, Samstagabend gegen halb acht legte unser Schiff, die "Solway Lass", aus dem Hafen in Airlie Beach ab. Mit uns waren noch 30 andere Passagiere fast ausschließlich aus verschiedensten europäischen Ländern auf dem Schiff. Dazu kamen noch sieben Crewmitglieder, alle mit unterschiedlichster Funktion auf dem Schiff. Das Schiff selbst ist knapp 40 Meter lang, so dass ausreichend Platz für alle Passagiere war, wurde 1902 in Holland erbaut, zwischendurch auch mehrmals restauriert, unter anderem wurde die Kabinen unter Deck mit Klimaanlagen ausgestattet. Seit gut zehn Jahren fährt es rund um die Whitsundays, für uns stand eine drei Tage und drei Nächte Segeltour auf dem Programm. Gesegelt wurde allerdings größtenteils nicht, da kaum ein Lüftchen wehte. Dementsprechend ruhig war die See, so dass auch niemand seekrank wurde. Sonntagmorgen stand schon das erste Highlight auf dem Programm: der Whitehaven Beach.
Der weißeste Strand auf der ganzen Welt, dessen Sand so kostbar ist, dass die Mitnahme strengstens verboten ist. Die NASA baut dort wohl den Sand zur Gewinnung von Silizium ab. Zum Schutz vor den lebensgefährlichen Quallen, die sich in den Sommermonaten in den australischen Küstengewässern aufhalten, war Baden nur mit dem so genannten Stinger Suit (sieht nicht anders aus als ein langer Neoprenanzug) möglich - Quallen konnte ich im Wasser allerdings nicht entdecken. Solch ein Anzug bietet aber natürlich auch gleichzeitig einen guten Schutz gegen die Sonne - schließlich gab es am Strand keine schattenspendenden Palmen und neben dem Meerwasser reflektiert der Sand aufgrund der Form seiner Körner den Großteil der Sonnenstrahlen. Dementsprechend problemlos konnte man barfuß am Strand laufen, ohne sich dabei die Füße zu verbrennen. Auf den Nachmittag fuhren wir ein Stückchen weiter in die Tongue Bay, von wo aus wir eine viertel Stunde durch den Busch zu einem Aussichtspunkt mit Blick auf das Hill Inlet liefen. Zum Abend hin schipperte das Schiff weiter Richtung Norden zur Hook Island in eine Bucht, wo wir am nächsten Tag Schnorcheln sollten. Das Licht des Schiffes lockte dort ein paar kleinere Fische an, was wiederum ein paar kleinere (einen bis anderthalb Meter vielleicht) Haie anlockte. Es war auf jeden Fall recht spannend anzusehen, wie die Haie blitzartig nach ihrer Beute schnappten. Am nächsten Tag gab es beim Schnorcheln allerdings weder Haie noch Schildkröten, die man hin und wieder vom Schiff aus beobachten konnte, zu sehen. Immerhin tummelten sich viele bunte, bis zu einen Meter große Fische am Riff und die Korallen waren größtenteils noch lebendig, wenn auch sicherlich nicht so farbenfroh wie am Great Barrier Reef. Nach dem Mittag machten wir an der Black Island Halt, um dort ebenfalls die Unterwasserwelt zu erkunden, die ähnlich schön wie die an der ersten Bucht war. Auf den Abend begann es dann zu regnen, nachdem wir bis zu diesem Zeitpunkt bestes Wetter hatten. Nächsten Morgen, Dienstag, hielt sich zwar die Wolkendecke, allerdings hörte der Regen früher oder später auf. In der Bucht, in der wir in der Nacht ankerten, liefen wir kurz quer durch den Busch, um eine "Höhle" mit Zeichnungen von Aborigines anzusehen, was nicht wirklich berauschend war, und an einem Aussichtspunkt einen guten Blick auf unser Schiff zu haben. Das schlechtere Wetter hatte aber auch etwas Wind zur Folge, so dass schlussendlich ungefähr sieben der zwölf Segel rausgeholt wurden und nun tatsächlich gesegelt werden konnte. Auf den späten Nachmittag waren wir dann wieder im Hafen von Airlie Beach. Nach einer weiteren Nacht im YHA von Airlie Beach ging es am Mittwochabend wieder zurück nach Brisbane. Insgesamt war es wirklich ein paradiesisch schöner Trip, hervorheben muss man in diesem Zusammenhang natürlich die Landschaft, aber auch unser Segelschiff und das Essen, das uns auf dem Schiff tagtäglich serviert wurde.
Sonntag, 14. März 2010
Dienstag, 2. März 2010
Alltag
Die letzten Wochen vergingen recht unspektakulär. Selbst die Wochenenden habe ich in Brisbane verbracht, zumal es ein paar Orte in dieser Stadt gibt, die ich noch nicht kannte und noch weitere Orte, die ich immer noch nicht kenne. Museen sind in Brisbane fast ausschließlich kostenlos, den Besuch des Queensland Museums habe ich jedenfalls nicht bereut und das eine oder andere Museum wird sicherlich noch folgen. Mitte Februar wurde hier das chinesische Neujahr zelebriert, allerdings war das gebotene Programm in Brisbanes Chinatown nicht wirklich erwähnenswert. Scheinbar hatten wir auch einfach nur Pech, aber aus dem dreitägigen Programmplan war nun wirklich nicht erkenntlich, wann es sich lohnte dort mal vorbeizuschauen. Ansonsten war der Besuch der Driving Range auf dem Victoria Golfplatz eine durchaus spannende Erfahrung. 105 Bälle quer über die Wiese kloppen für läppische 16 Dollar (+Schlägerleihe) - das ist nicht nur vergleichsweise ziemlich günstig, sondern auch äußerst spaßig.
Am Sonntag vor anderthalb Wochen ging es in den Lone Pine Koala Sanctuary - ein Heim für 130 Koalas und jede Menge anderer australischer Tiere. Der Park bietet nicht die Vielzahl an Tieren wie der Australia Zoo, besitzt aber auch ein begehbares Känguru-Wallaby-Emu-Gehege und beherbergt wesentlich mehr Koalas - wie der Name schon verrät. Für 16 Dollar (neben dem Eintritt von 21 Dollar) konnte man sich mit einem Koala auf dem Arm ablichten lassen - wat mut, dat mut.
Der Rest der Zeit wurde mit montäglichen Beachvolleyball, den üblichen Barbesuchen, Party, Kino, Grillabenden oder auch mal Bowling gefüllt.
Noch ein paar Worte zum Praktikum: Nachdem ich bis Weihnachten an diesem Projekt gearbeitet habe, hatte ich für Januar keine konkrete Aufgabe und habe stattdessen das alte Projekt weiterdokumentiert sowie an einem Deliverable mitgeschrieben. Solche Geschreibsel müssen Researcher hin und wieder bei Partnern aus der Wirtschaft einreichen, damit diese die Forschungsprojekte finanziell unterstützen. Seit ein paar Wochen bin ich in einem neuen Projekt, das sich mit der Erfassung, Aggregation und Visualisierung von Live-Daten befasst. Es ist jedenfalls ein gutes Gefühl wieder eine konkrete Aufgabe zu haben, die nebenbei auch noch ziemlich interessant und lehrreich ist, da sie die Verwendung von einigen mir zuvor noch unbekannten SAP-Anwendungen erfordert.
Am Sonntag vor anderthalb Wochen ging es in den Lone Pine Koala Sanctuary - ein Heim für 130 Koalas und jede Menge anderer australischer Tiere. Der Park bietet nicht die Vielzahl an Tieren wie der Australia Zoo, besitzt aber auch ein begehbares Känguru-Wallaby-Emu-Gehege und beherbergt wesentlich mehr Koalas - wie der Name schon verrät. Für 16 Dollar (neben dem Eintritt von 21 Dollar) konnte man sich mit einem Koala auf dem Arm ablichten lassen - wat mut, dat mut.
Der Rest der Zeit wurde mit montäglichen Beachvolleyball, den üblichen Barbesuchen, Party, Kino, Grillabenden oder auch mal Bowling gefüllt.
Noch ein paar Worte zum Praktikum: Nachdem ich bis Weihnachten an diesem Projekt gearbeitet habe, hatte ich für Januar keine konkrete Aufgabe und habe stattdessen das alte Projekt weiterdokumentiert sowie an einem Deliverable mitgeschrieben. Solche Geschreibsel müssen Researcher hin und wieder bei Partnern aus der Wirtschaft einreichen, damit diese die Forschungsprojekte finanziell unterstützen. Seit ein paar Wochen bin ich in einem neuen Projekt, das sich mit der Erfassung, Aggregation und Visualisierung von Live-Daten befasst. Es ist jedenfalls ein gutes Gefühl wieder eine konkrete Aufgabe zu haben, die nebenbei auch noch ziemlich interessant und lehrreich ist, da sie die Verwendung von einigen mir zuvor noch unbekannten SAP-Anwendungen erfordert.
Donnerstag, 28. Januar 2010
Verlängertes Wochenende in Byron Bay
Am Dienstag den 26.01. war der Australia Day - der Nationalfeiertag Australiens. Im Jahr 1788 erreichte eine britische Schiffsflotte unter der Führung von Captain Arthur Phillip den Port Jackson, die Bucht im heutigen Sydney, und gründete die erste weiße Siedlung in Australien. Für uns bedeutete dies ein verlängertes Wochenende und wir (Christian, Martin, Philipp, Nadja und ich) fuhren am Samstag mit dem Mietwagen nach Byron Bay, wo ich vor vier Monaten schon mal war. Den Tag haben wir am Strand verbracht, bevor es zum Sonnenuntergang hoch zum Leuchtturm ging. Sonntag und Montag habe ich mir jeweils ein Surfboard vom Hostel ausgeliehen, um zum nächsten Surfstrand zu laufen. Während am Sonntag die Wellen am Wategos Beach noch recht klein und unregelmäßig auf die Küste prallten, waren am Montag die Wellen am Tallow Beach teilweise fast zu hoch und kräftig, so dass ich hin und wieder einen Nosedive fabriziert habe. Insgesamt hat es aber schon wesentlich besser funktioniert als vor vier Monaten, als ich in Byron Bay den Surfkurs gemacht hatte.
Philipp belegte einen Drei-Tage-Surfkurs, Nadja machte ein paar Tauchgänge an den Julian Rocks (große Wasserschildkröten, Rochen, verschiedenste Haie und natürlich viele bunte Fische) und Christian sowie Martin machten am Sonntag noch einen Skydive aus 14000 Fuß. Am Australia Day selbst waren wir noch in einem Pub mit kostenloser Barbecue (solche Aktionen gibt es zum Australia Day häufiger). Den Rest des Tages verbrachten wir noch am Strand bevor es zum Abend wieder nach Brisbane ging. Kurz nach Sonnenuntergang gab es dort noch ein Feuerwerk zum Abschluss des Australia Days, das wir uns vom Balkon des SAP-Büros angeschaut haben.
Philipp belegte einen Drei-Tage-Surfkurs, Nadja machte ein paar Tauchgänge an den Julian Rocks (große Wasserschildkröten, Rochen, verschiedenste Haie und natürlich viele bunte Fische) und Christian sowie Martin machten am Sonntag noch einen Skydive aus 14000 Fuß. Am Australia Day selbst waren wir noch in einem Pub mit kostenloser Barbecue (solche Aktionen gibt es zum Australia Day häufiger). Den Rest des Tages verbrachten wir noch am Strand bevor es zum Abend wieder nach Brisbane ging. Kurz nach Sonnenuntergang gab es dort noch ein Feuerwerk zum Abschluss des Australia Days, das wir uns vom Balkon des SAP-Büros angeschaut haben.
Dienstag, 19. Januar 2010
Road Trip
Mittlerweile ist es zwar schon wieder zwei Wochen her, seitdem ich von meinem zweiwöchigen Road Trip mit Philipp, Martin und Christian zurück bin, dennoch folgt an dieser Stelle noch ein kurzer Bericht. Die ungefähre Wegstrecke ist hier nachgebildet. Eingangs erstmal noch ein paar Zahlen, die den Umfang des Trips ausdrücken sollen:
zurückgelegte Kilometer: 5287
verbrauchter Benzin in Liter: 705 (Preise liegen etwa bei 70-85 Cent pro Liter)
Durchschnittsverbrauch in Liter: 13,3
verbrachte Nächte im Campervan: 15 (die allererste Nacht waren wir im Hostel in Melbourne)
längster Tageskilometer: 569
kürzester Tageskilometer: 63 (innerhalb von Sydney)
Nachdem wir am frühen Freitagnachmittag, den 18.12., in Melbourne mit dem Flieger ankamen, erkundeten wir noch ein wenig die Stadt, bevor wir tags darauf unseren Campervan abholten. Ein Reifenwechsel, ein Großeinkauf bei Aldi und ein Marktbesuch (Queen Victoria Market in Melbourne) später konnte die Fahrt in Richtung Adelaide auch schon losgehen. Das Highlight auf dem Weg dorthin war neben Ballarat, einer alten Goldgräberstadt, der Grampians National Park. Ein paar wunderschöne Aussichtspunkte, tiefe Wälder, ein schöner Wasserfall (McKenzie Falls), Felsen noch und nöcher, u.a. auch ein paar Felsüberhänge (Balconies, siehe Bilder). Aus Adelaide gibt es bis auf ein paar schöne Gebäude, einen hübschen Campus und eine stark frequentierte Shoppingmeile nichts Außergewöhnliches zu berichten. Aus dem nördlich davon gelegenen Barossa Valley dagegen schon: Die "Whispering Wall", ein gekrümmter Staudamm mit einer Länge von 140 Metern, kann Schallwellen akustisch perfekt transportieren, so dass selbst das Flüstern eines Menschen auf der einen Seite von einem Menschen auf der anderen Seite klar und deutlich verstanden werden kann. An den folgenden Tagen fuhren wir an der Küste erst gen Süden, dann gen Osten, um hin und wieder einen Abstecher an endlos lange Strände (Coorong National Park, Cape Bridgewater) oder zu kleinen Fischerdörfern (Robe, Portland, Port Fairy) zu machen. Bemerkenswert war auch der Blue Lake in Mount Gambier - ein See vulkanischen Ursprung, der in den wärmeren Monaten (also etwa von November bis April) anstatt seiner ursprünglich blaugrauen Farbe eine intensive Blaufärbung annimmt. Mittlerweile waren wir auf der Great Ocean Road angekommen, einer Küstenstraße südwestlich von Melbourne mit einer Vielzahl an verschiedenen Felsformationen, Felsbögen und Schluchten. Nachdem sich bislang das Wetter fast ausnahmslos von der besten Seite gezeigt hatte, wurde hier sogar der deutsche Sommer unterboten - das Wetter passte sich der rauen Küstenlandschaft an. Aus dem Plan, die Twelve Apostles - die wahrscheinlich bekannteste Felsformation an der Great Ocean Road - bei Sonnenuntergang zu erleben, wurde leider nichts. Beeindruckend war es allemal. An Heiligabend grillten wir auf den frühen Abend in Apollo Bay an der Great Ocean Road. Im Laufe des Abends gesellten sich noch weitere Deutsche zu uns - ein paar hatten sogar einen Weihnachtsbaum und eine Menge Deko dabei. Kurzum: Es wurde ein richtig lustiger Abend. Zwischenzeitlich entschieden wir uns die Fähre von Queenscliff nach Sorrento zu nehmen, um den großen Umweg über Melbourne zu umgehen. Das nächste Ziel war Phillip Island, wo sich bei der so genannten "Penguin Parade" jeden Abend zum Sonnenuntergang hunderte Zwergpinguine auf den Weg vom Wasser zu den geschützten Dünen machen. Fotografieren war in dem abgegrenzten Park nicht erlaubt, allerdings verirrte sich ein Pinguin auf den davor liegenden Parkplatz und tags darauf entdeckten wir Südwestzipfel der Insel noch einen. Darüber hinaus war die felsige Küste auf Phillip Island wirklich faszinierend (zum Beispiel Pyramid Rock). Im Wilson Promontory National Park gab es auf einem Wanderweg ziemlich Erstaunliches: Innerhalb von zwei Kilometern änderte sich die Vegetationsform von Heideland zu üppigem Eukalyptuswäldern zu dichtem Regenwald. Die Fauna passt sich dementsprechend an, so dass Krach machende Zikaden nur in einem kurzen Abschnitt des Heidelands zu hören waren und Koalas natürlich im Eukalyptuswald gesichtet wurden. Daraufhin fuhren wir ins Landesinnere in die Berge, wo völlig unerwartet über 100 Kilometer Schotterstraße auf uns warteten. Belohnt wurden wir allerdings durch viele Kängurus, atemberaubende Schluchten und Abhänge sowie einer Nacht am Snowy River in einer menschen- und autoleeren Gegend an der Grenze von Victoria zu New South Wales. Über Jindabyne und einen Abstecher zum gleichnamigen See ging es zurück an die Küste zum Pebbly Beach, wo sich von der Dämmerung bis zum Morgengrauen wilde Kängurus am Strand aufhalten, die allerdings den Menschen schon gewohnt sind. Abgesehen von den Kängurus war die Bucht an sich wirklich idyllisch gelegen, so dass wir dort auch noch eine Nacht auf dem Campingplatz verbrachten. Vorbei an vielen Küstenorten fuhren wir weiter Richtung Norden in die Blue Mountains, die westlich von Sydney liegen. Neben dem Postkartenmotiv der Three Sisters haben wir noch einen Wasserfall (Wentworth Falls), schroffe Felswände und nicht endende Eukalytuswälder erkundet. Sydney, also zumindest die Innenstadt, haben wir zu Fuß erlaufen - die Harbour Bridge wurde natürlich auch jeweils einmal pro Richtung überquert.
Am Silvestermorgen zog es uns zunächst erst einmal an den Strand. Wir entschieden uns, an den Bondi Beach zu fahren, das Surfmekka Sydneys. Auf den frühen Nachmittag begann dann die Suche für ein passenden Ort, um den Abend zu verbringen und natürlich dann auch das Feuerwerk zu sehen. Nachdem sich zwischenzeitlich schon eine Variante aufgrund mangelnder Plätze verabschiedet hatte, fand sich auf der Nordseite der Bucht am Cremorne Point doch noch ein wirklich guter Ort mit Blick auf Harbour Bridge und Opera. Etwa sechs Stunden verbrachten wir im Grünen, bevor das Mitternachtsfeuerwerk losging. Das Familienfeuerwerk um 21 Uhr und einzelne Raketen in zeitlich bestimmten Abständen boten schon mal einen Vorgeschmack auf das finale Feuerwerk. Was soll man sagen: Sonderlich lang war es nicht, aber dennoch recht beeindruckend. Am Neujahrsmorgen ging es noch zum zweiten Surfstrand Sydneys: Manly Beach. Wenn ich nun einen Vergleich zwischen den Großstädten Australiens ziehe, die ich bislang gesehen habe, würde ich Sydney ganz klar an erster Stelle sehen. Die Bucht, die sich ganz weit ins Land reinzieht, samt der typischen Sehenswürdigkeiten und unzähligen Parks hat unheimlichen Charme. Der größte Vorteil gegenüber Brisbane liegt vor allem darin, dass Sydney den Strand direkt vor der Tür hat. Melbourne punktet dagegen durch europäisches Flair mit vielen Alleen, einem Straßenbahnnetz und Straßenschrägen, die irgendwie an San Francisco erinnern. Aus Adelaide gibt es wie schon erwähnt nichts Außergewöhnliches zu berichten. In einer Hinsicht ist Brisbane aber dennoch unschlagbar: das Wetter. Innerhalb von zwei Tagen sind wir dann von Sydney nach Brisbane zurückgefahren, ohne dass wir unterwegs noch etwas Erwähnenswertes gesehen haben.
zurückgelegte Kilometer: 5287
verbrauchter Benzin in Liter: 705 (Preise liegen etwa bei 70-85 Cent pro Liter)
Durchschnittsverbrauch in Liter: 13,3
verbrachte Nächte im Campervan: 15 (die allererste Nacht waren wir im Hostel in Melbourne)
längster Tageskilometer: 569
kürzester Tageskilometer: 63 (innerhalb von Sydney)
Nachdem wir am frühen Freitagnachmittag, den 18.12., in Melbourne mit dem Flieger ankamen, erkundeten wir noch ein wenig die Stadt, bevor wir tags darauf unseren Campervan abholten. Ein Reifenwechsel, ein Großeinkauf bei Aldi und ein Marktbesuch (Queen Victoria Market in Melbourne) später konnte die Fahrt in Richtung Adelaide auch schon losgehen. Das Highlight auf dem Weg dorthin war neben Ballarat, einer alten Goldgräberstadt, der Grampians National Park. Ein paar wunderschöne Aussichtspunkte, tiefe Wälder, ein schöner Wasserfall (McKenzie Falls), Felsen noch und nöcher, u.a. auch ein paar Felsüberhänge (Balconies, siehe Bilder). Aus Adelaide gibt es bis auf ein paar schöne Gebäude, einen hübschen Campus und eine stark frequentierte Shoppingmeile nichts Außergewöhnliches zu berichten. Aus dem nördlich davon gelegenen Barossa Valley dagegen schon: Die "Whispering Wall", ein gekrümmter Staudamm mit einer Länge von 140 Metern, kann Schallwellen akustisch perfekt transportieren, so dass selbst das Flüstern eines Menschen auf der einen Seite von einem Menschen auf der anderen Seite klar und deutlich verstanden werden kann. An den folgenden Tagen fuhren wir an der Küste erst gen Süden, dann gen Osten, um hin und wieder einen Abstecher an endlos lange Strände (Coorong National Park, Cape Bridgewater) oder zu kleinen Fischerdörfern (Robe, Portland, Port Fairy) zu machen. Bemerkenswert war auch der Blue Lake in Mount Gambier - ein See vulkanischen Ursprung, der in den wärmeren Monaten (also etwa von November bis April) anstatt seiner ursprünglich blaugrauen Farbe eine intensive Blaufärbung annimmt. Mittlerweile waren wir auf der Great Ocean Road angekommen, einer Küstenstraße südwestlich von Melbourne mit einer Vielzahl an verschiedenen Felsformationen, Felsbögen und Schluchten. Nachdem sich bislang das Wetter fast ausnahmslos von der besten Seite gezeigt hatte, wurde hier sogar der deutsche Sommer unterboten - das Wetter passte sich der rauen Küstenlandschaft an. Aus dem Plan, die Twelve Apostles - die wahrscheinlich bekannteste Felsformation an der Great Ocean Road - bei Sonnenuntergang zu erleben, wurde leider nichts. Beeindruckend war es allemal. An Heiligabend grillten wir auf den frühen Abend in Apollo Bay an der Great Ocean Road. Im Laufe des Abends gesellten sich noch weitere Deutsche zu uns - ein paar hatten sogar einen Weihnachtsbaum und eine Menge Deko dabei. Kurzum: Es wurde ein richtig lustiger Abend. Zwischenzeitlich entschieden wir uns die Fähre von Queenscliff nach Sorrento zu nehmen, um den großen Umweg über Melbourne zu umgehen. Das nächste Ziel war Phillip Island, wo sich bei der so genannten "Penguin Parade" jeden Abend zum Sonnenuntergang hunderte Zwergpinguine auf den Weg vom Wasser zu den geschützten Dünen machen. Fotografieren war in dem abgegrenzten Park nicht erlaubt, allerdings verirrte sich ein Pinguin auf den davor liegenden Parkplatz und tags darauf entdeckten wir Südwestzipfel der Insel noch einen. Darüber hinaus war die felsige Küste auf Phillip Island wirklich faszinierend (zum Beispiel Pyramid Rock). Im Wilson Promontory National Park gab es auf einem Wanderweg ziemlich Erstaunliches: Innerhalb von zwei Kilometern änderte sich die Vegetationsform von Heideland zu üppigem Eukalyptuswäldern zu dichtem Regenwald. Die Fauna passt sich dementsprechend an, so dass Krach machende Zikaden nur in einem kurzen Abschnitt des Heidelands zu hören waren und Koalas natürlich im Eukalyptuswald gesichtet wurden. Daraufhin fuhren wir ins Landesinnere in die Berge, wo völlig unerwartet über 100 Kilometer Schotterstraße auf uns warteten. Belohnt wurden wir allerdings durch viele Kängurus, atemberaubende Schluchten und Abhänge sowie einer Nacht am Snowy River in einer menschen- und autoleeren Gegend an der Grenze von Victoria zu New South Wales. Über Jindabyne und einen Abstecher zum gleichnamigen See ging es zurück an die Küste zum Pebbly Beach, wo sich von der Dämmerung bis zum Morgengrauen wilde Kängurus am Strand aufhalten, die allerdings den Menschen schon gewohnt sind. Abgesehen von den Kängurus war die Bucht an sich wirklich idyllisch gelegen, so dass wir dort auch noch eine Nacht auf dem Campingplatz verbrachten. Vorbei an vielen Küstenorten fuhren wir weiter Richtung Norden in die Blue Mountains, die westlich von Sydney liegen. Neben dem Postkartenmotiv der Three Sisters haben wir noch einen Wasserfall (Wentworth Falls), schroffe Felswände und nicht endende Eukalytuswälder erkundet. Sydney, also zumindest die Innenstadt, haben wir zu Fuß erlaufen - die Harbour Bridge wurde natürlich auch jeweils einmal pro Richtung überquert.
Am Silvestermorgen zog es uns zunächst erst einmal an den Strand. Wir entschieden uns, an den Bondi Beach zu fahren, das Surfmekka Sydneys. Auf den frühen Nachmittag begann dann die Suche für ein passenden Ort, um den Abend zu verbringen und natürlich dann auch das Feuerwerk zu sehen. Nachdem sich zwischenzeitlich schon eine Variante aufgrund mangelnder Plätze verabschiedet hatte, fand sich auf der Nordseite der Bucht am Cremorne Point doch noch ein wirklich guter Ort mit Blick auf Harbour Bridge und Opera. Etwa sechs Stunden verbrachten wir im Grünen, bevor das Mitternachtsfeuerwerk losging. Das Familienfeuerwerk um 21 Uhr und einzelne Raketen in zeitlich bestimmten Abständen boten schon mal einen Vorgeschmack auf das finale Feuerwerk. Was soll man sagen: Sonderlich lang war es nicht, aber dennoch recht beeindruckend. Am Neujahrsmorgen ging es noch zum zweiten Surfstrand Sydneys: Manly Beach. Wenn ich nun einen Vergleich zwischen den Großstädten Australiens ziehe, die ich bislang gesehen habe, würde ich Sydney ganz klar an erster Stelle sehen. Die Bucht, die sich ganz weit ins Land reinzieht, samt der typischen Sehenswürdigkeiten und unzähligen Parks hat unheimlichen Charme. Der größte Vorteil gegenüber Brisbane liegt vor allem darin, dass Sydney den Strand direkt vor der Tür hat. Melbourne punktet dagegen durch europäisches Flair mit vielen Alleen, einem Straßenbahnnetz und Straßenschrägen, die irgendwie an San Francisco erinnern. Aus Adelaide gibt es wie schon erwähnt nichts Außergewöhnliches zu berichten. In einer Hinsicht ist Brisbane aber dennoch unschlagbar: das Wetter. Innerhalb von zwei Tagen sind wir dann von Sydney nach Brisbane zurückgefahren, ohne dass wir unterwegs noch etwas Erwähnenswertes gesehen haben.
Abonnieren
Kommentare (Atom)