Dienstag, 19. Januar 2010

Road Trip

Mittlerweile ist es zwar schon wieder zwei Wochen her, seitdem ich von meinem zweiwöchigen Road Trip mit Philipp, Martin und Christian zurück bin, dennoch folgt an dieser Stelle noch ein kurzer Bericht. Die ungefähre Wegstrecke ist hier nachgebildet. Eingangs erstmal noch ein paar Zahlen, die den Umfang des Trips ausdrücken sollen:

zurückgelegte Kilometer: 5287
verbrauchter Benzin in Liter: 705 (Preise liegen etwa bei 70-85 Cent pro Liter)
Durchschnittsverbrauch in Liter: 13,3
verbrachte Nächte im Campervan: 15 (die allererste Nacht waren wir im Hostel in Melbourne)
längster Tageskilometer: 569
kürzester Tageskilometer: 63 (innerhalb von Sydney)

Nachdem wir am frühen Freitagnachmittag, den 18.12., in Melbourne mit dem Flieger ankamen, erkundeten wir noch ein wenig die Stadt, bevor wir tags darauf unseren Campervan abholten. Ein Reifenwechsel, ein Großeinkauf bei Aldi und ein Marktbesuch (Queen Victoria Market in Melbourne) später konnte die Fahrt in Richtung Adelaide auch schon losgehen. Das Highlight auf dem Weg dorthin war neben Ballarat, einer alten Goldgräberstadt, der Grampians National Park. Ein paar wunderschöne Aussichtspunkte, tiefe Wälder, ein schöner Wasserfall (McKenzie Falls), Felsen noch und nöcher, u.a. auch ein paar Felsüberhänge (Balconies, siehe Bilder). Aus Adelaide gibt es bis auf ein paar schöne Gebäude, einen hübschen Campus und eine stark frequentierte Shoppingmeile nichts Außergewöhnliches zu berichten. Aus dem nördlich davon gelegenen Barossa Valley dagegen schon: Die "Whispering Wall", ein gekrümmter Staudamm mit einer Länge von 140 Metern, kann Schallwellen akustisch perfekt transportieren, so dass selbst das Flüstern eines Menschen auf der einen Seite von einem Menschen auf der anderen Seite klar und deutlich verstanden werden kann. An den folgenden Tagen fuhren wir an der Küste erst gen Süden, dann gen Osten, um hin und wieder einen Abstecher an endlos lange Strände (Coorong National Park, Cape Bridgewater) oder zu kleinen Fischerdörfern (Robe, Portland, Port Fairy) zu machen. Bemerkenswert war auch der Blue Lake in Mount Gambier - ein See vulkanischen Ursprung, der in den wärmeren Monaten (also etwa von November bis April) anstatt seiner ursprünglich blaugrauen Farbe eine intensive Blaufärbung annimmt. Mittlerweile waren wir auf der Great Ocean Road angekommen, einer Küstenstraße südwestlich von Melbourne mit einer Vielzahl an verschiedenen Felsformationen, Felsbögen und Schluchten. Nachdem sich bislang das Wetter fast ausnahmslos von der besten Seite gezeigt hatte, wurde hier sogar der deutsche Sommer unterboten - das Wetter passte sich der rauen Küstenlandschaft an. Aus dem Plan, die Twelve Apostles - die wahrscheinlich bekannteste Felsformation an der Great Ocean Road - bei Sonnenuntergang zu erleben, wurde leider nichts. Beeindruckend war es allemal. An Heiligabend grillten wir auf den frühen Abend in Apollo Bay an der Great Ocean Road. Im Laufe des Abends gesellten sich noch weitere Deutsche zu uns - ein paar hatten sogar einen Weihnachtsbaum und eine Menge Deko dabei. Kurzum: Es wurde ein richtig lustiger Abend. Zwischenzeitlich entschieden wir uns die Fähre von Queenscliff nach Sorrento zu nehmen, um den großen Umweg über Melbourne zu umgehen. Das nächste Ziel war Phillip Island, wo sich bei der so genannten "Penguin Parade" jeden Abend zum Sonnenuntergang hunderte Zwergpinguine auf den Weg vom Wasser zu den geschützten Dünen machen. Fotografieren war in dem abgegrenzten Park nicht erlaubt, allerdings verirrte sich ein Pinguin auf den davor liegenden Parkplatz und tags darauf entdeckten wir Südwestzipfel der Insel noch einen. Darüber hinaus war die felsige Küste auf Phillip Island wirklich faszinierend (zum Beispiel Pyramid Rock). Im Wilson Promontory National Park gab es auf einem Wanderweg ziemlich Erstaunliches: Innerhalb von zwei Kilometern änderte sich die Vegetationsform von Heideland zu üppigem Eukalyptuswäldern zu dichtem Regenwald. Die Fauna passt sich dementsprechend an, so dass Krach machende Zikaden nur in einem kurzen Abschnitt des Heidelands zu hören waren und Koalas natürlich im Eukalyptuswald gesichtet wurden. Daraufhin fuhren wir ins Landesinnere in die Berge, wo völlig unerwartet über 100 Kilometer Schotterstraße auf uns warteten. Belohnt wurden wir allerdings durch viele Kängurus, atemberaubende Schluchten und Abhänge sowie einer Nacht am Snowy River in einer menschen- und autoleeren Gegend an der Grenze von Victoria zu New South Wales. Über Jindabyne und einen Abstecher zum gleichnamigen See ging es zurück an die Küste zum Pebbly Beach, wo sich von der Dämmerung bis zum Morgengrauen wilde Kängurus am Strand aufhalten, die allerdings den Menschen schon gewohnt sind. Abgesehen von den Kängurus war die Bucht an sich wirklich idyllisch gelegen, so dass wir dort auch noch eine Nacht auf dem Campingplatz verbrachten. Vorbei an vielen Küstenorten fuhren wir weiter Richtung Norden in die Blue Mountains, die westlich von Sydney liegen. Neben dem Postkartenmotiv der Three Sisters haben wir noch einen Wasserfall (Wentworth Falls), schroffe Felswände und nicht endende Eukalytuswälder erkundet. Sydney, also zumindest die Innenstadt, haben wir zu Fuß erlaufen - die Harbour Bridge wurde natürlich auch jeweils einmal pro Richtung überquert.



Am Silvestermorgen zog es uns zunächst erst einmal an den Strand. Wir entschieden uns, an den Bondi Beach zu fahren, das Surfmekka Sydneys. Auf den frühen Nachmittag begann dann die Suche für ein passenden Ort, um den Abend zu verbringen und natürlich dann auch das Feuerwerk zu sehen. Nachdem sich zwischenzeitlich schon eine Variante aufgrund mangelnder Plätze verabschiedet hatte, fand sich auf der Nordseite der Bucht am Cremorne Point doch noch ein wirklich guter Ort mit Blick auf Harbour Bridge und Opera. Etwa sechs Stunden verbrachten wir im Grünen, bevor das Mitternachtsfeuerwerk losging. Das Familienfeuerwerk um 21 Uhr und einzelne Raketen in zeitlich bestimmten Abständen boten schon mal einen Vorgeschmack auf das finale Feuerwerk. Was soll man sagen: Sonderlich lang war es nicht, aber dennoch recht beeindruckend. Am Neujahrsmorgen ging es noch zum zweiten Surfstrand Sydneys: Manly Beach. Wenn ich nun einen Vergleich zwischen den Großstädten Australiens ziehe, die ich bislang gesehen habe, würde ich Sydney ganz klar an erster Stelle sehen. Die Bucht, die sich ganz weit ins Land reinzieht, samt der typischen Sehenswürdigkeiten und unzähligen Parks hat unheimlichen Charme. Der größte Vorteil gegenüber Brisbane liegt vor allem darin, dass Sydney den Strand direkt vor der Tür hat. Melbourne punktet dagegen durch europäisches Flair mit vielen Alleen, einem Straßenbahnnetz und Straßenschrägen, die irgendwie an San Francisco erinnern. Aus Adelaide gibt es wie schon erwähnt nichts Außergewöhnliches zu berichten. In einer Hinsicht ist Brisbane aber dennoch unschlagbar: das Wetter. Innerhalb von zwei Tagen sind wir dann von Sydney nach Brisbane zurückgefahren, ohne dass wir unterwegs noch etwas Erwähnenswertes gesehen haben.

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