Sonntag, 14. März 2010

Whitsundays

Letzte Woche Freitag ging es mit Christian auf den Nachmittag direkt nach der Arbeit mit dem Flieger anderthalb Stunden Richtung Norden nach Proserpine, eine halbe Fahrstunde von Airlie Beach entfernt, dem Tor zu den Whitsundays, einer Inselgruppe bestehend aus 74 Inseln. Für die eine Nacht in Airlie Beach waren wir im YHA untergebracht, Samstagabend gegen halb acht legte unser Schiff, die "Solway Lass", aus dem Hafen in Airlie Beach ab. Mit uns waren noch 30 andere Passagiere fast ausschließlich aus verschiedensten europäischen Ländern auf dem Schiff. Dazu kamen noch sieben Crewmitglieder, alle mit unterschiedlichster Funktion auf dem Schiff. Das Schiff selbst ist knapp 40 Meter lang, so dass ausreichend Platz für alle Passagiere war, wurde 1902 in Holland erbaut, zwischendurch auch mehrmals restauriert, unter anderem wurde die Kabinen unter Deck mit Klimaanlagen ausgestattet. Seit gut zehn Jahren fährt es rund um die Whitsundays, für uns stand eine drei Tage und drei Nächte Segeltour auf dem Programm. Gesegelt wurde allerdings größtenteils nicht, da kaum ein Lüftchen wehte. Dementsprechend ruhig war die See, so dass auch niemand seekrank wurde. Sonntagmorgen stand schon das erste Highlight auf dem Programm: der Whitehaven Beach.


Der weißeste Strand auf der ganzen Welt, dessen Sand so kostbar ist, dass die Mitnahme strengstens verboten ist. Die NASA baut dort wohl den Sand zur Gewinnung von Silizium ab. Zum Schutz vor den lebensgefährlichen Quallen, die sich in den Sommermonaten in den australischen Küstengewässern aufhalten, war Baden nur mit dem so genannten Stinger Suit (sieht nicht anders aus als ein langer Neoprenanzug) möglich - Quallen konnte ich im Wasser allerdings nicht entdecken. Solch ein Anzug bietet aber natürlich auch gleichzeitig einen guten Schutz gegen die Sonne - schließlich gab es am Strand keine schattenspendenden Palmen und neben dem Meerwasser reflektiert der Sand aufgrund der Form seiner Körner den Großteil der Sonnenstrahlen. Dementsprechend problemlos konnte man barfuß am Strand laufen, ohne sich dabei die Füße zu verbrennen. Auf den Nachmittag fuhren wir ein Stückchen weiter in die Tongue Bay, von wo aus wir eine viertel Stunde durch den Busch zu einem Aussichtspunkt mit Blick auf das Hill Inlet liefen. Zum Abend hin schipperte das Schiff weiter Richtung Norden zur Hook Island in eine Bucht, wo wir am nächsten Tag Schnorcheln sollten. Das Licht des Schiffes lockte dort ein paar kleinere Fische an, was wiederum ein paar kleinere (einen bis anderthalb Meter vielleicht) Haie anlockte. Es war auf jeden Fall recht spannend anzusehen, wie die Haie blitzartig nach ihrer Beute schnappten. Am nächsten Tag gab es beim Schnorcheln allerdings weder Haie noch Schildkröten, die man hin und wieder vom Schiff aus beobachten konnte, zu sehen. Immerhin tummelten sich viele bunte, bis zu einen Meter große Fische am Riff und die Korallen waren größtenteils noch lebendig, wenn auch sicherlich nicht so farbenfroh wie am Great Barrier Reef. Nach dem Mittag machten wir an der Black Island Halt, um dort ebenfalls die Unterwasserwelt zu erkunden, die ähnlich schön wie die an der ersten Bucht war. Auf den Abend begann es dann zu regnen, nachdem wir bis zu diesem Zeitpunkt bestes Wetter hatten. Nächsten Morgen, Dienstag, hielt sich zwar die Wolkendecke, allerdings hörte der Regen früher oder später auf. In der Bucht, in der wir in der Nacht ankerten, liefen wir kurz quer durch den Busch, um eine "Höhle" mit Zeichnungen von Aborigines anzusehen, was nicht wirklich berauschend war, und an einem Aussichtspunkt einen guten Blick auf unser Schiff zu haben. Das schlechtere Wetter hatte aber auch etwas Wind zur Folge, so dass schlussendlich ungefähr sieben der zwölf Segel rausgeholt wurden und nun tatsächlich gesegelt werden konnte. Auf den späten Nachmittag waren wir dann wieder im Hafen von Airlie Beach. Nach einer weiteren Nacht im YHA von Airlie Beach ging es am Mittwochabend wieder zurück nach Brisbane. Insgesamt war es wirklich ein paradiesisch schöner Trip, hervorheben muss man in diesem Zusammenhang natürlich die Landschaft, aber auch unser Segelschiff und das Essen, das uns auf dem Schiff tagtäglich serviert wurde.

Dienstag, 2. März 2010

Alltag

Die letzten Wochen vergingen recht unspektakulär. Selbst die Wochenenden habe ich in Brisbane verbracht, zumal es ein paar Orte in dieser Stadt gibt, die ich noch nicht kannte und noch weitere Orte, die ich immer noch nicht kenne. Museen sind in Brisbane fast ausschließlich kostenlos, den Besuch des Queensland Museums habe ich jedenfalls nicht bereut und das eine oder andere Museum wird sicherlich noch folgen. Mitte Februar wurde hier das chinesische Neujahr zelebriert, allerdings war das gebotene Programm in Brisbanes Chinatown nicht wirklich erwähnenswert. Scheinbar hatten wir auch einfach nur Pech, aber aus dem dreitägigen Programmplan war nun wirklich nicht erkenntlich, wann es sich lohnte dort mal vorbeizuschauen. Ansonsten war der Besuch der Driving Range auf dem Victoria Golfplatz eine durchaus spannende Erfahrung. 105 Bälle quer über die Wiese kloppen für läppische 16 Dollar (+Schlägerleihe) - das ist nicht nur vergleichsweise ziemlich günstig, sondern auch äußerst spaßig.
Am Sonntag vor anderthalb Wochen ging es in den Lone Pine Koala Sanctuary - ein Heim für 130 Koalas und jede Menge anderer australischer Tiere. Der Park bietet nicht die Vielzahl an Tieren wie der Australia Zoo, besitzt aber auch ein begehbares Känguru-Wallaby-Emu-Gehege und beherbergt wesentlich mehr Koalas - wie der Name schon verrät. Für 16 Dollar (neben dem Eintritt von 21 Dollar) konnte man sich mit einem Koala auf dem Arm ablichten lassen - wat mut, dat mut.


Der Rest der Zeit wurde mit montäglichen Beachvolleyball, den üblichen Barbesuchen, Party, Kino, Grillabenden oder auch mal Bowling gefüllt.
Noch ein paar Worte zum Praktikum: Nachdem ich bis Weihnachten an diesem Projekt gearbeitet habe, hatte ich für Januar keine konkrete Aufgabe und habe stattdessen das alte Projekt weiterdokumentiert sowie an einem Deliverable mitgeschrieben. Solche Geschreibsel müssen Researcher hin und wieder bei Partnern aus der Wirtschaft einreichen, damit diese die Forschungsprojekte finanziell unterstützen. Seit ein paar Wochen bin ich in einem neuen Projekt, das sich mit der Erfassung, Aggregation und Visualisierung von Live-Daten befasst. Es ist jedenfalls ein gutes Gefühl wieder eine konkrete Aufgabe zu haben, die nebenbei auch noch ziemlich interessant und lehrreich ist, da sie die Verwendung von einigen mir zuvor noch unbekannten SAP-Anwendungen erfordert.

Donnerstag, 28. Januar 2010

Verlängertes Wochenende in Byron Bay

Am Dienstag den 26.01. war der Australia Day - der Nationalfeiertag Australiens. Im Jahr 1788 erreichte eine britische Schiffsflotte unter der Führung von Captain Arthur Phillip den Port Jackson, die Bucht im heutigen Sydney, und gründete die erste weiße Siedlung in Australien. Für uns bedeutete dies ein verlängertes Wochenende und wir (Christian, Martin, Philipp, Nadja und ich) fuhren am Samstag mit dem Mietwagen nach Byron Bay, wo ich vor vier Monaten schon mal war. Den Tag haben wir am Strand verbracht, bevor es zum Sonnenuntergang hoch zum Leuchtturm ging. Sonntag und Montag habe ich mir jeweils ein Surfboard vom Hostel ausgeliehen, um zum nächsten Surfstrand zu laufen. Während am Sonntag die Wellen am Wategos Beach noch recht klein und unregelmäßig auf die Küste prallten, waren am Montag die Wellen am Tallow Beach teilweise fast zu hoch und kräftig, so dass ich hin und wieder einen Nosedive fabriziert habe. Insgesamt hat es aber schon wesentlich besser funktioniert als vor vier Monaten, als ich in Byron Bay den Surfkurs gemacht hatte.


Philipp belegte einen Drei-Tage-Surfkurs, Nadja machte ein paar Tauchgänge an den Julian Rocks (große Wasserschildkröten, Rochen, verschiedenste Haie und natürlich viele bunte Fische) und Christian sowie Martin machten am Sonntag noch einen Skydive aus 14000 Fuß. Am Australia Day selbst waren wir noch in einem Pub mit kostenloser Barbecue (solche Aktionen gibt es zum Australia Day häufiger). Den Rest des Tages verbrachten wir noch am Strand bevor es zum Abend wieder nach Brisbane ging. Kurz nach Sonnenuntergang gab es dort noch ein Feuerwerk zum Abschluss des Australia Days, das wir uns vom Balkon des SAP-Büros angeschaut haben.

Dienstag, 19. Januar 2010

Road Trip

Mittlerweile ist es zwar schon wieder zwei Wochen her, seitdem ich von meinem zweiwöchigen Road Trip mit Philipp, Martin und Christian zurück bin, dennoch folgt an dieser Stelle noch ein kurzer Bericht. Die ungefähre Wegstrecke ist hier nachgebildet. Eingangs erstmal noch ein paar Zahlen, die den Umfang des Trips ausdrücken sollen:

zurückgelegte Kilometer: 5287
verbrauchter Benzin in Liter: 705 (Preise liegen etwa bei 70-85 Cent pro Liter)
Durchschnittsverbrauch in Liter: 13,3
verbrachte Nächte im Campervan: 15 (die allererste Nacht waren wir im Hostel in Melbourne)
längster Tageskilometer: 569
kürzester Tageskilometer: 63 (innerhalb von Sydney)

Nachdem wir am frühen Freitagnachmittag, den 18.12., in Melbourne mit dem Flieger ankamen, erkundeten wir noch ein wenig die Stadt, bevor wir tags darauf unseren Campervan abholten. Ein Reifenwechsel, ein Großeinkauf bei Aldi und ein Marktbesuch (Queen Victoria Market in Melbourne) später konnte die Fahrt in Richtung Adelaide auch schon losgehen. Das Highlight auf dem Weg dorthin war neben Ballarat, einer alten Goldgräberstadt, der Grampians National Park. Ein paar wunderschöne Aussichtspunkte, tiefe Wälder, ein schöner Wasserfall (McKenzie Falls), Felsen noch und nöcher, u.a. auch ein paar Felsüberhänge (Balconies, siehe Bilder). Aus Adelaide gibt es bis auf ein paar schöne Gebäude, einen hübschen Campus und eine stark frequentierte Shoppingmeile nichts Außergewöhnliches zu berichten. Aus dem nördlich davon gelegenen Barossa Valley dagegen schon: Die "Whispering Wall", ein gekrümmter Staudamm mit einer Länge von 140 Metern, kann Schallwellen akustisch perfekt transportieren, so dass selbst das Flüstern eines Menschen auf der einen Seite von einem Menschen auf der anderen Seite klar und deutlich verstanden werden kann. An den folgenden Tagen fuhren wir an der Küste erst gen Süden, dann gen Osten, um hin und wieder einen Abstecher an endlos lange Strände (Coorong National Park, Cape Bridgewater) oder zu kleinen Fischerdörfern (Robe, Portland, Port Fairy) zu machen. Bemerkenswert war auch der Blue Lake in Mount Gambier - ein See vulkanischen Ursprung, der in den wärmeren Monaten (also etwa von November bis April) anstatt seiner ursprünglich blaugrauen Farbe eine intensive Blaufärbung annimmt. Mittlerweile waren wir auf der Great Ocean Road angekommen, einer Küstenstraße südwestlich von Melbourne mit einer Vielzahl an verschiedenen Felsformationen, Felsbögen und Schluchten. Nachdem sich bislang das Wetter fast ausnahmslos von der besten Seite gezeigt hatte, wurde hier sogar der deutsche Sommer unterboten - das Wetter passte sich der rauen Küstenlandschaft an. Aus dem Plan, die Twelve Apostles - die wahrscheinlich bekannteste Felsformation an der Great Ocean Road - bei Sonnenuntergang zu erleben, wurde leider nichts. Beeindruckend war es allemal. An Heiligabend grillten wir auf den frühen Abend in Apollo Bay an der Great Ocean Road. Im Laufe des Abends gesellten sich noch weitere Deutsche zu uns - ein paar hatten sogar einen Weihnachtsbaum und eine Menge Deko dabei. Kurzum: Es wurde ein richtig lustiger Abend. Zwischenzeitlich entschieden wir uns die Fähre von Queenscliff nach Sorrento zu nehmen, um den großen Umweg über Melbourne zu umgehen. Das nächste Ziel war Phillip Island, wo sich bei der so genannten "Penguin Parade" jeden Abend zum Sonnenuntergang hunderte Zwergpinguine auf den Weg vom Wasser zu den geschützten Dünen machen. Fotografieren war in dem abgegrenzten Park nicht erlaubt, allerdings verirrte sich ein Pinguin auf den davor liegenden Parkplatz und tags darauf entdeckten wir Südwestzipfel der Insel noch einen. Darüber hinaus war die felsige Küste auf Phillip Island wirklich faszinierend (zum Beispiel Pyramid Rock). Im Wilson Promontory National Park gab es auf einem Wanderweg ziemlich Erstaunliches: Innerhalb von zwei Kilometern änderte sich die Vegetationsform von Heideland zu üppigem Eukalyptuswäldern zu dichtem Regenwald. Die Fauna passt sich dementsprechend an, so dass Krach machende Zikaden nur in einem kurzen Abschnitt des Heidelands zu hören waren und Koalas natürlich im Eukalyptuswald gesichtet wurden. Daraufhin fuhren wir ins Landesinnere in die Berge, wo völlig unerwartet über 100 Kilometer Schotterstraße auf uns warteten. Belohnt wurden wir allerdings durch viele Kängurus, atemberaubende Schluchten und Abhänge sowie einer Nacht am Snowy River in einer menschen- und autoleeren Gegend an der Grenze von Victoria zu New South Wales. Über Jindabyne und einen Abstecher zum gleichnamigen See ging es zurück an die Küste zum Pebbly Beach, wo sich von der Dämmerung bis zum Morgengrauen wilde Kängurus am Strand aufhalten, die allerdings den Menschen schon gewohnt sind. Abgesehen von den Kängurus war die Bucht an sich wirklich idyllisch gelegen, so dass wir dort auch noch eine Nacht auf dem Campingplatz verbrachten. Vorbei an vielen Küstenorten fuhren wir weiter Richtung Norden in die Blue Mountains, die westlich von Sydney liegen. Neben dem Postkartenmotiv der Three Sisters haben wir noch einen Wasserfall (Wentworth Falls), schroffe Felswände und nicht endende Eukalytuswälder erkundet. Sydney, also zumindest die Innenstadt, haben wir zu Fuß erlaufen - die Harbour Bridge wurde natürlich auch jeweils einmal pro Richtung überquert.



Am Silvestermorgen zog es uns zunächst erst einmal an den Strand. Wir entschieden uns, an den Bondi Beach zu fahren, das Surfmekka Sydneys. Auf den frühen Nachmittag begann dann die Suche für ein passenden Ort, um den Abend zu verbringen und natürlich dann auch das Feuerwerk zu sehen. Nachdem sich zwischenzeitlich schon eine Variante aufgrund mangelnder Plätze verabschiedet hatte, fand sich auf der Nordseite der Bucht am Cremorne Point doch noch ein wirklich guter Ort mit Blick auf Harbour Bridge und Opera. Etwa sechs Stunden verbrachten wir im Grünen, bevor das Mitternachtsfeuerwerk losging. Das Familienfeuerwerk um 21 Uhr und einzelne Raketen in zeitlich bestimmten Abständen boten schon mal einen Vorgeschmack auf das finale Feuerwerk. Was soll man sagen: Sonderlich lang war es nicht, aber dennoch recht beeindruckend. Am Neujahrsmorgen ging es noch zum zweiten Surfstrand Sydneys: Manly Beach. Wenn ich nun einen Vergleich zwischen den Großstädten Australiens ziehe, die ich bislang gesehen habe, würde ich Sydney ganz klar an erster Stelle sehen. Die Bucht, die sich ganz weit ins Land reinzieht, samt der typischen Sehenswürdigkeiten und unzähligen Parks hat unheimlichen Charme. Der größte Vorteil gegenüber Brisbane liegt vor allem darin, dass Sydney den Strand direkt vor der Tür hat. Melbourne punktet dagegen durch europäisches Flair mit vielen Alleen, einem Straßenbahnnetz und Straßenschrägen, die irgendwie an San Francisco erinnern. Aus Adelaide gibt es wie schon erwähnt nichts Außergewöhnliches zu berichten. In einer Hinsicht ist Brisbane aber dennoch unschlagbar: das Wetter. Innerhalb von zwei Tagen sind wir dann von Sydney nach Brisbane zurückgefahren, ohne dass wir unterwegs noch etwas Erwähnenswertes gesehen haben.

Donnerstag, 17. Dezember 2009

Endlich Urlaub

Morgen früh geht es mit Flieger nach Melbourne, von wo aus Philipp, Martin, Christian und ich am Samstag unseren Roadtrip mit einem Camper starten. Zunächst geht es in Richtung Westen nach Adelaide, um dann entlang der Küste über Melbourne und Sydney zurück nach Brisbane zu fahren. Der aufmerksame Leser wird sich jetzt mit Sicherheit fragen, weshalb wir unseren Roadtrip nicht in Adelaide starten. Leider waren dort keine Camper mehr in unserer Preiskategorie vorhanden - die Zeit über Weihnachten und Silvester ist in Australien Urlaubszeit, weswegen die Verfügbarkeit zu jener Zeit eingeschränkt ist und Unterkünfte, Camper usw. erheblich teurer sind. Die Rückkehr nach Brisbane ist für Sonntag, den 3.1. geplant...
Letzten Sonntag haben wir uns relativ erfolglos am Klettern versucht. Die verschiedenen Aufstiege an den Felsen am Kangaroo Point hatten zumeist ein paar wenige schwierige Abschnitte, die einen Komplettaufstieg für uns als Anfänger unmöglich machten. Um ein wenig Weihnachtsstimmung aufkommen zu lassen, versuchte ich mich auch dieses Jahr am obligatorischen Plätzchenbacken. Aufgrund ein paar widriger Umstände (fehlender Messbecher, Ofen mit ausschließlich Unterhitze) war das allerdings nur bedingt erfolgreich und spaßig. Der Besuch im Outlet-Center vor knapp zwei Wochen war in jedem Fall lohnenswert, da die Textilien usw. dort schon wesentlich günstiger als in den üblichen Geschäften waren. Ansonsten erlebten wir noch ein paar wirklich schöne Barbies, wie die Grillfeiern hier in Australien genannt werden ;)

Dienstag, 1. Dezember 2009

Moreton Island

Letztes Wochenende war ich nach Fraser Island auf einer weiteren großen Sandinsel hier vor der Ostküste Australiens. Aber im Gegensatz zu Fraser Island entschieden wir uns, keine organisierte Tour zu buchen, sondern das Wochenende auf der Insel selbst zu planen. Samstag ging es in aller Frühe zu zehnt (Philipp, Martin, Henrike, Gime, Elli, Nadja, Julia, Elena, Manuel und ich) mit dem Taxi zum Hafen von Brisbane, um von dort innerhalb von anderthalb Stunden mit der Fähre zur Insel zu fahren. Nach einer halben Stunde Fußmarsch von der Anlegestelle kamen wir am zuvor gebuchten Campingplatz an, welcher über Kaltwasserduschen (vollkommen in Ordnung bei der Wärme ;)) und Hybridtoiletten verfügte. Für läppische fünf AUD pro Person und Nacht kann man entlang der Strände fast überall sein Zelt aufstellen. Sanitäre Einrichtungen gibt es jedoch wiederum nur an bestimmten Stellen.



Tagsüber haben wir noch Zeit am Strand verbracht und sind zur "Desert" gewandert - wie der Name schon sagt, handelt es sich hierbei um eine unbewaldete, wüstenähnliche mit Sanddünen durchzogene Fläche inmitten der Insel. Abends nach Sonnenuntergang haben wir noch die Fütterung wilder Delphine am Tangalooma Resort - das einzige Hotel der Insel - beobachtet.
Sonntag ist ein Teil von uns eine Runde Quad gefahren, der andere Teil, darunter ich, hat dann doch noch eine organisierte Tour im 4WD gemacht, um noch mehr von der Insel zu sehen. Da keinerlei befestigte Straßen existieren, ist die Fortbewegung auf der Insel nur zu Fuß oder eben im allradbetriebenen Fahrzeug möglich. Vor der Tour waren wir noch kurz an den Wracks schnorcheln, wo sich viele bunte Fische tummelten. Innerhalb von vier Stunden ging es dann entlang endlos wirkender Strände, auf Sandwegen quer durch den Wald, vorbei an ganz vereinzelten Siedlungen unter anderem zum nördlichsten Punkt der Insel, zum Leuchtturm und zur blauen Lagune. Nebenher erzählte der Fahrer des 4WDs noch allerhand Interessantes zur Insel, er selbst ist einer von 18 beständigen Bewohnern der Insel. Die übrigen Behausungen auf der Insel werden zumeist nur als Wochenendhäuser genutzt.
Am späten Abend ging es dann mit der Fähre wieder zurück nach Brisbane, womit ein wieder einmal toller Ausflug zu Ende ging.

Mittwoch, 25. November 2009

Maroochydore

Am letzten Wochenende stand mal wieder ein Ausflug an den Strand auf dem Programm. Dieses Mal ging es nach Maroochydore an der Sunshinecoast im Norden von Brisbane. Gut zwei Stunden dauerte die Fahrt mit Zug und Bus, untergebracht waren wir für die eine Nacht von Samstag zu Sonntag im Youth Hostel. Dort haben wir nach einem kurzen Abstecher zum Strand auch gleich die Chance genutzt und uns kostenlos Kajaks ausgeliehen, um ein paar Runden in der Mündung und den Nebenarmen des Maroochy River zu paddeln. Nach einem üppigen Abendessen im Beach House ging der Abend wie üblich am Strand zu Ende. Sonntag sind wir zum wenig entfernten Buderim Forest Park gefahren, der entgegen unserer Erwartungen tatsächlich Regenwald und darüber hinaus noch ein einen recht schönen Wasserfall bot. Nur für das Baden am Wasserfall war das Wasser dann doch ein Stück weit zu dreckig. Nach einer kleinen Wanderung durch den Dschungel und ein wenig Aufenthalt am Wasserfall sind wir zurück nach Maroochydore und haben den Rest der Zeit am Strand verbracht, bevor es wieder zurück nach Brisbane ging.



Anderweitig ist in den vergangenen drei Wochen nicht allzu viel Spannendes passiert. Am ersten Dienstag im November (d.h. dieses Jahr war es der 3.11.) findet in Melbourne jedes Jahr der so genannte Melbourne Cup statt. Dabei handelt es sich um ein Pferderennen, bei dem 24 Pferde auf zwei Meilen Länge gegeneinander antreten. In Australien wird zu diesem Zeitpunkt die Arbeit niedergelegt, in Melbourne selbst ist der gesamte Tag arbeitsfrei. Bei SAP wurde ein großes Buffet vorbereitet, das Rennen, das letztendlich nur drei Minuten dauert, wurde im Konferenzraum verfolgt. Darüber hinaus konnte man noch Lose kaufen, allerdings gehörten meine beiden gezogenen Pferde schon auf dem Papier nicht gerade zu den Favoriten, so dass ich leer ausging. Vor einer guten Woche waren wir Paintball (für mich das erste Mal) in einer Lagerhalle im Süden Brisbanes spielen. Es war sehr warm, stickig, ein bisschen anstrengend und schmerzhaft (geschossen wurde mit 2,5 Bar, was vergleichsweise wohl etwas mehr als üblich ist) sowie aufgrund der verschiedenen spannenden Spielmodi durchaus spaßig. Zwischendurch war ich noch beim Maxïmo Park Konzert, die wieder einmal einen fabelhaften Auftritt hinlegten. Bemerkenswert war, dass hier nur zu wenigen Songs getanzt wurde, während in Deutschland die Leute bei solchen Rockkonzerten ab dem ersten Ton in Bewegung sind. An mangelnder Kenntnis der Songs kann es angesichts der Textsicherheit der anderen Konzertgeher nicht gelegen haben^^ Ansonsten standen wie üblich montags Beachvolleyball, sonntags Fußball im Park, Barbesuche und Hausparties auf dem Plan.

Montag, 2. November 2009

Australia Zoo

Am Freitag waren bei SAP noch Freikarten für ein Fußballspiel der Brisbane Roars gegen die Newcastle Jets übrig. Fußball ist eben in Australien bei Weitem nicht so populär wie in Europa, dementsprechend leer war dann auch das Stadion. Statt 52500 waren nur 7500 Zuschauer im Suncorp Stadium, ein wenig Stimmung kam nur durch die eingefleischten Roar Fans auf. Die Aufseherin in unserem Block wollte uns klar machen, dass beispielsweise das Anzetteln einer Welle im Stadion nicht erlaubt ist, da dadurch Bier usw. durch die Luft fliegen könnte... Das Spiel war leider auch nicht atemberaubend (1:1 am Ende), da die erste australische Liga am ehesten mit Deutschlands dritter Liga zu vergleichen ist.
Samstagmorgen fuhren wir anderthalb Stunden mit dem Zug nach Beerwah, um in den Australia Zoo zu gehen, der vor knapp 40 Jahren von den Eltern des "Crocodile Hunter" Steve Irwin gegründet wurde. Neben den Krokodilen gab es natürlich noch eine Menge Kängurus, Koalas und andere aus Australien sowie Südostasien bekannte Tiere zu sehen.



Die Gehege der Kängurus waren frei begehbar, die der Koalas soweit auch, wobei allerdings immer nur ein Tier gestreichelt werden durfte, da sich die anderen in diesem Moment ausruhen mussten - kein Wunder bei 20 Stunden Schlaf am Tag. Eintritt war mit ermäßigten 43 AUD (etwa 26 Euro) zwar ziemlich teuer, gelohnt hat es sich natürlich trotzdem.
Sonntag waren wir im Roma Street Park noch eine Runde Fußball spielen, wo es allerdings keine Tore gab. Ich bezweifle, dass wir hier noch einen normalen Fußballplatz finden - schließlich sind Rugby und Football die Nationalsportarten in Australien.

Montag, 26. Oktober 2009

Letztes Wochenende

Letztes Wochenende waren wir Samstag auf dem Mount Coot-tha, von dem man einen traumhaften Blick über Brisbane und seine Umgebung hat. Die Fahrt mit dem Bus zum Planetarium unterhalb des Hügels, das als Treffpunkt ausgemacht wurde, erwies sich dann doch schwieriger als erwartet. Der öffentliche Nahverkehr ist zwar so gut ausgebaut, dass Busse teilweise sogar eigene Straßen haben, wodurch sie von potenziellen Staus nicht betroffen sind, allerdings sind Verbindungsanfragen im Internet auf deren Webseite eine absolute Qual, da sie mit den meisten Angaben zu Straßen usw. nicht umgehen können. Einen großen Fahrplan mit allen Busstationen innerhalb Brisbanes habe ich irgendwie auch noch nicht finden können. Darüber hinaus gibt es in den Bussen keine Information darüber, an welcher Haltestelle man sich befindet. An der Zeit, wie lange sie von A nach B brauchen, kann man sich auch nicht sonderlich gut orientieren, da sie sich kaum an den Fahrplan halten (am Sonntag anstelle von 20 Minuten nur 15 Minuten Fahrzeit gebraucht). Immerhin ist das Fahren recht günstig, sofern man nicht zum Flughafen (mit ordentlich Zuschlag) will, so kostet beispielsweise ein Tagesticket am Wochenende (günstiger als in der Woche) in den Zonen 1 und 2 (etwa 10 km Umkreis der City) gerade mal 4,40 AUD (etwa 2,70 Euro). Jedenfalls war zwar die passende Verbindung herausgesucht, allerdings ging beim ersten Umsteigen schon die Suche nach dem mit Nummer versehenen Busbahnsteig los. Die richtige Nummer konnte Gime und ich an jener Haltestelle zwar nicht mehr finden, immerhin fanden wir die nächste Bushaltestelle entlang der Buslinie, von wo der Bus dann tatsächlich fuhr. Am Planetarium drehten wir eine Runde durch den botanischen Garten und entschieden uns zum Mount Coot-tha zu laufen, da der Bus dorthin erst eine halbe Stunde später fuhr. Die falsche Entscheidung, da kein Weg entlang der Straße existierte und die Distanz doch recht groß war, so dass uns der Bus schon bald überholte. Gelohnt hat sich die Mühe natürlich trotzdem, da man aufgrund des guten Wetters ziemlich weit gucken konnte und die Aussicht an sich einfach toll war.



Auf dem Weg zurück in die Stadt nahmen wir dann doch den Bus, holten noch unsere Badesachen und gingen noch kurz an den Stadtstrand in South Bank, einem Stadtteil, der nur 10 Minuten von meiner Wohnung entfernt liegt. Der Strand ist künstlich angelegt, mit Süßwasser befüllt und zu jeder Tageszeit frei zugänglich. Richtig erfrischend ist das Wasser zwar nicht, aber für ein paar Runden Schwimmen ist es dennoch gut geeignet. Im Wasser guckt zwischen dem Sand allerdings schon teilweise der Beton durch, was meine Nase auch gleich mal zu spüren bekam. Abends haben wir uns aufgrund mangelnder Auswahl noch Final Destination 3D im Kino angesehen. Kino an sich ist in Australien noch günstiger als in Deutschland und Studentenrabatte existieren ebenfalls. Film an sich war abgesehen von den erwarteten Unglaubwürdigkeiten und haarsträubenden Zufällen doch ganz passable Unterhaltung mit netten 3D-Effekten. Abschließend waren wir noch wie üblich in einer Bar im West End - in dem Stadtteil, in dem ich wohne.
Sonntag wollten Philipp, Christian und ich uns ein Stück kulinarische Heimat holen und wir fuhren zum nahegelegenen Aldi *lach*. Ein paar Dinge wie Dominosteine oder Schokolebkuchen gab es zwar nicht, immerhin ergatterten wir beispielsweise Roggenbrot (ansonsten gibt es hier überwiegend nur watteweiches Toast oder ähnliches Brot), Gummibärchen (HARIBO!) und andere weihnachtliche Süßigkeiten. Insgesamt war es schon günstiger als die üblichen hiesigen Supermärkten wie Coles oder Woolworths, dennoch werden wir wohl nicht ständig mit dem Bus Einkaufen fahren. Den Rest des Tages haben wir noch zum Shoppen in der Queens Street Mall direkt in der City Brisbanes genutzt.
Heute (Montag, der 26.10.) hat es ab 18 Uhr gut 30 Liter pro Quadratmeter geregnet - also fast soviel wie in Potsdam innerhalb eines Monats - ein stundenlanges Gewitter natürlich inklusive. Langsam beginnt hier eben die feuchte Jahreszeit. Solange es aber tagsüber 25°C sind, sollte man sich wirklich nicht beschweren ;)

Donnerstag, 22. Oktober 2009

So dies und das...

Seitdem die Arbeit angefangen hat, ist eigentlich nicht sonderlich viel passiert und doch habe ich das Gefühl, dass die Zeit wie im Fluge vergeht.
In der Woche bleibt nach der Arbeit kaum Zeit, da ich wie die anderen Interns auch lieber noch ein bisschen produktiv bin und die eine oder andere Runde Kickern ranhänge. Nach meiner ersten Arbeitswoche waren wir am Freitag im laut Ole alternativsten Club Brisbanes, wo dann zwischen buntem Gedudel auch mal Indie und Rock gespielt wurde. Sonderlich alternativ war der Laden demnach nicht, allerdings war der Abend besser als erwartet, abgesehen von den üppigen Getränkepreise, die aber angesichts der allgemeinen Preise für Alkohol schon wieder normal sind. Es war sogar erst halb vier Schluss, was für australische Verhältnisse schon reichlich spät ist...
Am Sonntag ging es dann mit Gime (Praktikum bei Hamburg Süd), Alena (Au-Pair) und Henrike (Schulpraktikum) mit Zug und Bus innerhalb von gut anderhalb Stunden nach Surfers Paradise.



Die Gold Coast, an der Surfers Paradise liegt, ist so ziemlich Brisbanes nahegelegenster (!) Strand. Jener Tag war allerdings vom Wetter her der vermutlich schlechteste, den ich hier innerhalb des ersten Monats erlebt habe (der Wetterbericht hatte sogar Recht^^). Baden war ich natürlich trotzdem, ansonsten waren wir die meiste Zeit damit beschäftigt, dem Regen zu entgehen und ein passendes Restaurant für die nächste Mahlzeit zu finden. Ein Trip nach Surfers wird mit Sicherheit in naher Zukunft - bei besserem Wetter - wiederholt.
Am letzten Wochenende stand Samstag mit Christian, Martin und Philipp ein Ausflug nach North Stradbroke Island, eine der Sandinseln vor der Küste Brisbanes, an. Erst mit dem Zug an die Küste, dann mit der Personenfähre auf die Insel und dann nochmal eine Weile mit dem Bus nach Point Lookout.



Landschaftlich erinnerte der Küstenabschnitt an Byron Bay, schroffe Felsen wechseln sich mit schönen Sandstränden ab. Im dahinter liegenden Wald haben wir von der angeblich vorhandenen Fauna in Form Koalas oder Kängurus allerdings nichts mitbekommen. Den schönen Tag haben wir größtenteils mit Wandern entlang der Küste sowie Baden und Entspannung an einem Strand mit quietschenden Sand verbracht.
Sonntag fand hier in Brisbane das Multicultural Festival im Roma Street Parkland statt. Bei entspannter Atmosphäre gab es neben einigen Bühnen mit Musik aus aller Welt natürlich noch allerhand Imbissbuden mit Spezialitäten aus den verschiedensten Ländern - naja, einen Bratwurststand habe ich nicht gesehen^^. Auf diese Weise habe ich auf jeden Fall eine weitere Ecke Brisbanes kennen gelernt - das war mit Sicherheit nicht das letzte Mal, dass ich diesen schön angelegten Park besuche.