Donnerstag, 17. Dezember 2009

Endlich Urlaub

Morgen früh geht es mit Flieger nach Melbourne, von wo aus Philipp, Martin, Christian und ich am Samstag unseren Roadtrip mit einem Camper starten. Zunächst geht es in Richtung Westen nach Adelaide, um dann entlang der Küste über Melbourne und Sydney zurück nach Brisbane zu fahren. Der aufmerksame Leser wird sich jetzt mit Sicherheit fragen, weshalb wir unseren Roadtrip nicht in Adelaide starten. Leider waren dort keine Camper mehr in unserer Preiskategorie vorhanden - die Zeit über Weihnachten und Silvester ist in Australien Urlaubszeit, weswegen die Verfügbarkeit zu jener Zeit eingeschränkt ist und Unterkünfte, Camper usw. erheblich teurer sind. Die Rückkehr nach Brisbane ist für Sonntag, den 3.1. geplant...
Letzten Sonntag haben wir uns relativ erfolglos am Klettern versucht. Die verschiedenen Aufstiege an den Felsen am Kangaroo Point hatten zumeist ein paar wenige schwierige Abschnitte, die einen Komplettaufstieg für uns als Anfänger unmöglich machten. Um ein wenig Weihnachtsstimmung aufkommen zu lassen, versuchte ich mich auch dieses Jahr am obligatorischen Plätzchenbacken. Aufgrund ein paar widriger Umstände (fehlender Messbecher, Ofen mit ausschließlich Unterhitze) war das allerdings nur bedingt erfolgreich und spaßig. Der Besuch im Outlet-Center vor knapp zwei Wochen war in jedem Fall lohnenswert, da die Textilien usw. dort schon wesentlich günstiger als in den üblichen Geschäften waren. Ansonsten erlebten wir noch ein paar wirklich schöne Barbies, wie die Grillfeiern hier in Australien genannt werden ;)

Dienstag, 1. Dezember 2009

Moreton Island

Letztes Wochenende war ich nach Fraser Island auf einer weiteren großen Sandinsel hier vor der Ostküste Australiens. Aber im Gegensatz zu Fraser Island entschieden wir uns, keine organisierte Tour zu buchen, sondern das Wochenende auf der Insel selbst zu planen. Samstag ging es in aller Frühe zu zehnt (Philipp, Martin, Henrike, Gime, Elli, Nadja, Julia, Elena, Manuel und ich) mit dem Taxi zum Hafen von Brisbane, um von dort innerhalb von anderthalb Stunden mit der Fähre zur Insel zu fahren. Nach einer halben Stunde Fußmarsch von der Anlegestelle kamen wir am zuvor gebuchten Campingplatz an, welcher über Kaltwasserduschen (vollkommen in Ordnung bei der Wärme ;)) und Hybridtoiletten verfügte. Für läppische fünf AUD pro Person und Nacht kann man entlang der Strände fast überall sein Zelt aufstellen. Sanitäre Einrichtungen gibt es jedoch wiederum nur an bestimmten Stellen.



Tagsüber haben wir noch Zeit am Strand verbracht und sind zur "Desert" gewandert - wie der Name schon sagt, handelt es sich hierbei um eine unbewaldete, wüstenähnliche mit Sanddünen durchzogene Fläche inmitten der Insel. Abends nach Sonnenuntergang haben wir noch die Fütterung wilder Delphine am Tangalooma Resort - das einzige Hotel der Insel - beobachtet.
Sonntag ist ein Teil von uns eine Runde Quad gefahren, der andere Teil, darunter ich, hat dann doch noch eine organisierte Tour im 4WD gemacht, um noch mehr von der Insel zu sehen. Da keinerlei befestigte Straßen existieren, ist die Fortbewegung auf der Insel nur zu Fuß oder eben im allradbetriebenen Fahrzeug möglich. Vor der Tour waren wir noch kurz an den Wracks schnorcheln, wo sich viele bunte Fische tummelten. Innerhalb von vier Stunden ging es dann entlang endlos wirkender Strände, auf Sandwegen quer durch den Wald, vorbei an ganz vereinzelten Siedlungen unter anderem zum nördlichsten Punkt der Insel, zum Leuchtturm und zur blauen Lagune. Nebenher erzählte der Fahrer des 4WDs noch allerhand Interessantes zur Insel, er selbst ist einer von 18 beständigen Bewohnern der Insel. Die übrigen Behausungen auf der Insel werden zumeist nur als Wochenendhäuser genutzt.
Am späten Abend ging es dann mit der Fähre wieder zurück nach Brisbane, womit ein wieder einmal toller Ausflug zu Ende ging.

Mittwoch, 25. November 2009

Maroochydore

Am letzten Wochenende stand mal wieder ein Ausflug an den Strand auf dem Programm. Dieses Mal ging es nach Maroochydore an der Sunshinecoast im Norden von Brisbane. Gut zwei Stunden dauerte die Fahrt mit Zug und Bus, untergebracht waren wir für die eine Nacht von Samstag zu Sonntag im Youth Hostel. Dort haben wir nach einem kurzen Abstecher zum Strand auch gleich die Chance genutzt und uns kostenlos Kajaks ausgeliehen, um ein paar Runden in der Mündung und den Nebenarmen des Maroochy River zu paddeln. Nach einem üppigen Abendessen im Beach House ging der Abend wie üblich am Strand zu Ende. Sonntag sind wir zum wenig entfernten Buderim Forest Park gefahren, der entgegen unserer Erwartungen tatsächlich Regenwald und darüber hinaus noch ein einen recht schönen Wasserfall bot. Nur für das Baden am Wasserfall war das Wasser dann doch ein Stück weit zu dreckig. Nach einer kleinen Wanderung durch den Dschungel und ein wenig Aufenthalt am Wasserfall sind wir zurück nach Maroochydore und haben den Rest der Zeit am Strand verbracht, bevor es wieder zurück nach Brisbane ging.



Anderweitig ist in den vergangenen drei Wochen nicht allzu viel Spannendes passiert. Am ersten Dienstag im November (d.h. dieses Jahr war es der 3.11.) findet in Melbourne jedes Jahr der so genannte Melbourne Cup statt. Dabei handelt es sich um ein Pferderennen, bei dem 24 Pferde auf zwei Meilen Länge gegeneinander antreten. In Australien wird zu diesem Zeitpunkt die Arbeit niedergelegt, in Melbourne selbst ist der gesamte Tag arbeitsfrei. Bei SAP wurde ein großes Buffet vorbereitet, das Rennen, das letztendlich nur drei Minuten dauert, wurde im Konferenzraum verfolgt. Darüber hinaus konnte man noch Lose kaufen, allerdings gehörten meine beiden gezogenen Pferde schon auf dem Papier nicht gerade zu den Favoriten, so dass ich leer ausging. Vor einer guten Woche waren wir Paintball (für mich das erste Mal) in einer Lagerhalle im Süden Brisbanes spielen. Es war sehr warm, stickig, ein bisschen anstrengend und schmerzhaft (geschossen wurde mit 2,5 Bar, was vergleichsweise wohl etwas mehr als üblich ist) sowie aufgrund der verschiedenen spannenden Spielmodi durchaus spaßig. Zwischendurch war ich noch beim Maxïmo Park Konzert, die wieder einmal einen fabelhaften Auftritt hinlegten. Bemerkenswert war, dass hier nur zu wenigen Songs getanzt wurde, während in Deutschland die Leute bei solchen Rockkonzerten ab dem ersten Ton in Bewegung sind. An mangelnder Kenntnis der Songs kann es angesichts der Textsicherheit der anderen Konzertgeher nicht gelegen haben^^ Ansonsten standen wie üblich montags Beachvolleyball, sonntags Fußball im Park, Barbesuche und Hausparties auf dem Plan.

Montag, 2. November 2009

Australia Zoo

Am Freitag waren bei SAP noch Freikarten für ein Fußballspiel der Brisbane Roars gegen die Newcastle Jets übrig. Fußball ist eben in Australien bei Weitem nicht so populär wie in Europa, dementsprechend leer war dann auch das Stadion. Statt 52500 waren nur 7500 Zuschauer im Suncorp Stadium, ein wenig Stimmung kam nur durch die eingefleischten Roar Fans auf. Die Aufseherin in unserem Block wollte uns klar machen, dass beispielsweise das Anzetteln einer Welle im Stadion nicht erlaubt ist, da dadurch Bier usw. durch die Luft fliegen könnte... Das Spiel war leider auch nicht atemberaubend (1:1 am Ende), da die erste australische Liga am ehesten mit Deutschlands dritter Liga zu vergleichen ist.
Samstagmorgen fuhren wir anderthalb Stunden mit dem Zug nach Beerwah, um in den Australia Zoo zu gehen, der vor knapp 40 Jahren von den Eltern des "Crocodile Hunter" Steve Irwin gegründet wurde. Neben den Krokodilen gab es natürlich noch eine Menge Kängurus, Koalas und andere aus Australien sowie Südostasien bekannte Tiere zu sehen.



Die Gehege der Kängurus waren frei begehbar, die der Koalas soweit auch, wobei allerdings immer nur ein Tier gestreichelt werden durfte, da sich die anderen in diesem Moment ausruhen mussten - kein Wunder bei 20 Stunden Schlaf am Tag. Eintritt war mit ermäßigten 43 AUD (etwa 26 Euro) zwar ziemlich teuer, gelohnt hat es sich natürlich trotzdem.
Sonntag waren wir im Roma Street Park noch eine Runde Fußball spielen, wo es allerdings keine Tore gab. Ich bezweifle, dass wir hier noch einen normalen Fußballplatz finden - schließlich sind Rugby und Football die Nationalsportarten in Australien.

Montag, 26. Oktober 2009

Letztes Wochenende

Letztes Wochenende waren wir Samstag auf dem Mount Coot-tha, von dem man einen traumhaften Blick über Brisbane und seine Umgebung hat. Die Fahrt mit dem Bus zum Planetarium unterhalb des Hügels, das als Treffpunkt ausgemacht wurde, erwies sich dann doch schwieriger als erwartet. Der öffentliche Nahverkehr ist zwar so gut ausgebaut, dass Busse teilweise sogar eigene Straßen haben, wodurch sie von potenziellen Staus nicht betroffen sind, allerdings sind Verbindungsanfragen im Internet auf deren Webseite eine absolute Qual, da sie mit den meisten Angaben zu Straßen usw. nicht umgehen können. Einen großen Fahrplan mit allen Busstationen innerhalb Brisbanes habe ich irgendwie auch noch nicht finden können. Darüber hinaus gibt es in den Bussen keine Information darüber, an welcher Haltestelle man sich befindet. An der Zeit, wie lange sie von A nach B brauchen, kann man sich auch nicht sonderlich gut orientieren, da sie sich kaum an den Fahrplan halten (am Sonntag anstelle von 20 Minuten nur 15 Minuten Fahrzeit gebraucht). Immerhin ist das Fahren recht günstig, sofern man nicht zum Flughafen (mit ordentlich Zuschlag) will, so kostet beispielsweise ein Tagesticket am Wochenende (günstiger als in der Woche) in den Zonen 1 und 2 (etwa 10 km Umkreis der City) gerade mal 4,40 AUD (etwa 2,70 Euro). Jedenfalls war zwar die passende Verbindung herausgesucht, allerdings ging beim ersten Umsteigen schon die Suche nach dem mit Nummer versehenen Busbahnsteig los. Die richtige Nummer konnte Gime und ich an jener Haltestelle zwar nicht mehr finden, immerhin fanden wir die nächste Bushaltestelle entlang der Buslinie, von wo der Bus dann tatsächlich fuhr. Am Planetarium drehten wir eine Runde durch den botanischen Garten und entschieden uns zum Mount Coot-tha zu laufen, da der Bus dorthin erst eine halbe Stunde später fuhr. Die falsche Entscheidung, da kein Weg entlang der Straße existierte und die Distanz doch recht groß war, so dass uns der Bus schon bald überholte. Gelohnt hat sich die Mühe natürlich trotzdem, da man aufgrund des guten Wetters ziemlich weit gucken konnte und die Aussicht an sich einfach toll war.



Auf dem Weg zurück in die Stadt nahmen wir dann doch den Bus, holten noch unsere Badesachen und gingen noch kurz an den Stadtstrand in South Bank, einem Stadtteil, der nur 10 Minuten von meiner Wohnung entfernt liegt. Der Strand ist künstlich angelegt, mit Süßwasser befüllt und zu jeder Tageszeit frei zugänglich. Richtig erfrischend ist das Wasser zwar nicht, aber für ein paar Runden Schwimmen ist es dennoch gut geeignet. Im Wasser guckt zwischen dem Sand allerdings schon teilweise der Beton durch, was meine Nase auch gleich mal zu spüren bekam. Abends haben wir uns aufgrund mangelnder Auswahl noch Final Destination 3D im Kino angesehen. Kino an sich ist in Australien noch günstiger als in Deutschland und Studentenrabatte existieren ebenfalls. Film an sich war abgesehen von den erwarteten Unglaubwürdigkeiten und haarsträubenden Zufällen doch ganz passable Unterhaltung mit netten 3D-Effekten. Abschließend waren wir noch wie üblich in einer Bar im West End - in dem Stadtteil, in dem ich wohne.
Sonntag wollten Philipp, Christian und ich uns ein Stück kulinarische Heimat holen und wir fuhren zum nahegelegenen Aldi *lach*. Ein paar Dinge wie Dominosteine oder Schokolebkuchen gab es zwar nicht, immerhin ergatterten wir beispielsweise Roggenbrot (ansonsten gibt es hier überwiegend nur watteweiches Toast oder ähnliches Brot), Gummibärchen (HARIBO!) und andere weihnachtliche Süßigkeiten. Insgesamt war es schon günstiger als die üblichen hiesigen Supermärkten wie Coles oder Woolworths, dennoch werden wir wohl nicht ständig mit dem Bus Einkaufen fahren. Den Rest des Tages haben wir noch zum Shoppen in der Queens Street Mall direkt in der City Brisbanes genutzt.
Heute (Montag, der 26.10.) hat es ab 18 Uhr gut 30 Liter pro Quadratmeter geregnet - also fast soviel wie in Potsdam innerhalb eines Monats - ein stundenlanges Gewitter natürlich inklusive. Langsam beginnt hier eben die feuchte Jahreszeit. Solange es aber tagsüber 25°C sind, sollte man sich wirklich nicht beschweren ;)

Donnerstag, 22. Oktober 2009

So dies und das...

Seitdem die Arbeit angefangen hat, ist eigentlich nicht sonderlich viel passiert und doch habe ich das Gefühl, dass die Zeit wie im Fluge vergeht.
In der Woche bleibt nach der Arbeit kaum Zeit, da ich wie die anderen Interns auch lieber noch ein bisschen produktiv bin und die eine oder andere Runde Kickern ranhänge. Nach meiner ersten Arbeitswoche waren wir am Freitag im laut Ole alternativsten Club Brisbanes, wo dann zwischen buntem Gedudel auch mal Indie und Rock gespielt wurde. Sonderlich alternativ war der Laden demnach nicht, allerdings war der Abend besser als erwartet, abgesehen von den üppigen Getränkepreise, die aber angesichts der allgemeinen Preise für Alkohol schon wieder normal sind. Es war sogar erst halb vier Schluss, was für australische Verhältnisse schon reichlich spät ist...
Am Sonntag ging es dann mit Gime (Praktikum bei Hamburg Süd), Alena (Au-Pair) und Henrike (Schulpraktikum) mit Zug und Bus innerhalb von gut anderhalb Stunden nach Surfers Paradise.



Die Gold Coast, an der Surfers Paradise liegt, ist so ziemlich Brisbanes nahegelegenster (!) Strand. Jener Tag war allerdings vom Wetter her der vermutlich schlechteste, den ich hier innerhalb des ersten Monats erlebt habe (der Wetterbericht hatte sogar Recht^^). Baden war ich natürlich trotzdem, ansonsten waren wir die meiste Zeit damit beschäftigt, dem Regen zu entgehen und ein passendes Restaurant für die nächste Mahlzeit zu finden. Ein Trip nach Surfers wird mit Sicherheit in naher Zukunft - bei besserem Wetter - wiederholt.
Am letzten Wochenende stand Samstag mit Christian, Martin und Philipp ein Ausflug nach North Stradbroke Island, eine der Sandinseln vor der Küste Brisbanes, an. Erst mit dem Zug an die Küste, dann mit der Personenfähre auf die Insel und dann nochmal eine Weile mit dem Bus nach Point Lookout.



Landschaftlich erinnerte der Küstenabschnitt an Byron Bay, schroffe Felsen wechseln sich mit schönen Sandstränden ab. Im dahinter liegenden Wald haben wir von der angeblich vorhandenen Fauna in Form Koalas oder Kängurus allerdings nichts mitbekommen. Den schönen Tag haben wir größtenteils mit Wandern entlang der Küste sowie Baden und Entspannung an einem Strand mit quietschenden Sand verbracht.
Sonntag fand hier in Brisbane das Multicultural Festival im Roma Street Parkland statt. Bei entspannter Atmosphäre gab es neben einigen Bühnen mit Musik aus aller Welt natürlich noch allerhand Imbissbuden mit Spezialitäten aus den verschiedensten Ländern - naja, einen Bratwurststand habe ich nicht gesehen^^. Auf diese Weise habe ich auf jeden Fall eine weitere Ecke Brisbanes kennen gelernt - das war mit Sicherheit nicht das letzte Mal, dass ich diesen schön angelegten Park besuche.


Montag, 5. Oktober 2009

First two weeks

So, dann werde ich mal zusammentragen, was in den ersten zwei Wochen alles passiert ist.

Am Freitagmorgen (18.9.) bin ich also auf dem Flughafen in Brisbane gelandet. Danach fuhr ich eine halbe Stunde mit einer Mischung aus S-Bahn und Regionalexpress nach Brisbane rein, wo mich Ole vom Bahnhof abholte und ich mich in Oles WG etwas erholte. Da ich mich halbwegs fit fühlte und die Kopfschmerzen nach 30 Stunden Frischluftentzug auch langsam nachließen, ging es abends mit dem Mietwagen nach Byron Bay (östlichster Punkt des australischen Festlandes). Neben Ole waren noch die anderen SAP Research Praktikanten Christian, Martin (beide HPI), Norman, Robert, Sebastian (alle BA Karlsruhe) und seine Freundin Connie dabei. Nach einer Pizza haben wir uns bei vollkommener Dunkelheit noch ein wenig am Strand entspannt. Übernachtet haben wir die kommenden zwei Nächte in einer Backpacker Lodge namens Belongil Beachouse für 24 AUD die Nacht. Naja, drei Doppelstockbetten pro Raum und geteiltes Bad mit einem anderen Raum. Außerhalb der Behausungen standen Schließfächer aus Holz und Christian hatte zufällig ein Schloss dabei, so dass wir unsere Wertsachen dort einschließen konnten. Strange.



Samstag wollten wir uns auf dem Surfbrett versuchen. Zeitlich passte uns zunächst keines der Kursangebote, letztendlich ergab sich doch noch eine Möglichkeit (65 AUD). Am Nachmittag ging es dann mit dem Minibus ans Wasser, da jedoch unser Surflehrer noch die Kamera vergaß, verzögerte sich alles noch etwas. Am Strand folgte eine Aufwärmphase und etwas Theorie. Unterdessen erlitt Norman einen Kollaps, kurze Zeit später ging es ihm aber schon wieder besser. Beim Check im Krankenhaus wurde nichts festgestellt, so dass er wenig später auch noch auf das Wasser ging. Sonderlich viel geklappt hat bei mir allerdings nicht, am Schwierigsten war für mich, die richtige Position auf dem Brett zu finden. Wenn man schon nicht richtig auf dem Brett draufliegt, verliert beim Aufstehen schon sehr früh das Gleichgewicht und landet direkt im Wasser. Windsurfen empfand ich da als wesentlich einfacher. Immerhin sah es bei den anderen schon besser aus, die es teilweise sogar geschafft haben, eine ganze Welle zu stehen. In Byron Bay haben wir dann noch einen kurzen Abstecher zum Leuchtturm gemacht, allerdings wurde es dann schon sehr schnell dunkel. Nach einem Happen (18 Stunden gebratenes Steak!?) Essen waren wir nochmal kurz in der Lodge und gegen 21 Uhr ging es dann ins Cheeky Monkey's, eine Party Bar. Da an jenem Abend Ladies Night war, gab es einen Striptease-Contest von vier männlichen Gästen. Zumindest war es der Stimmung zuträglich, so dass wenig später schon die ersten Leute auf den Tischen tanzten. Und es wurde nur auf den Tischen getanzt :D Allerhand schräge Typen trieben sich dort rum, so dass man sich gut amüsieren konnte, wenn einem das Ganze noch fremd war. Die Parties gehen hier sehr früh los und sind spätestens um drei Uhr wieder vorbei.
Sonntag haben wir ein paar Stunden am Strand verbracht, bevor es dann bei Tageslicht nochmal zum Leuchtturm ging, wo wir bis in den späten Nachmittag hinein zwischen den Felsen herumgeklettert sind. Gegen 17 Uhr sind wir dann los Richtung Nimbin, ein kleiner Ort, in dem vor über 30 Jahren mal ein Hippie-Festival statt gefunden hat und diese Kultur bis heute überlebt hat. Allerdings war dort nach Anbruch der Dunkelheit schon nichts mehr los, so dass wir nach einem Rundgang durch den Ort gleich weiter gen Brisbane fuhren. Gras wurde uns natürlich trotzdem angeboten...^^

Montagmorgen habe ich mir noch eine australische SIM-Karte und ein Bankkonto bei der Westpac geholt. Da Ole zu diesem Zeitpunkt kein Internet bei sich zu Hause hatte, bin ich nach dem Mittagessen mit ins SAP-Büro gekommen. Das Büro (vielleicht 40-50 Mitarbeiter) hat keine eigene Kantine, ringsherum gibt es aber viele kleine Restaurants (Montag: vietnamesisch, Dienstag: indisch), wo man relativ günstig essen kann. Im Büro hat mich Dani (u.a. für Administration und Personal zuständig) gleich ein paar Leuten vorgestellt und mich ein wenig herumgeführt. Den Rest der Zeit habe ich dann ein WG-Zimmer im Internet gesucht. Letztendlich habe ich mir Dienstag eine für 180 AUD/Woche ("Don't eat in your bedroom!"), eine für 130 AUD/Woche (sah ein bisschen schäbig aus ;)) und Mittwoch morgen noch eine für 180 AUD/Woche (hochgerechnet auf den Monat etwa 460 Euro) angeschaut, die ich dann auch direkt genommen habe. Diese 2er-WG ist gut 5 Minuten zu Fuß vom Büro entfernt, ist in einem recht guten Zustand und hat noch einen kleinen Garten hinten dran. Das Zimmer ist relativ groß, wobei das Queen-Size-Bett schon ziemlich viel Platz beansprucht, und ist mit großen Schreibtisch und Kleiderschrank möbiliert. Mitbewohner ist ein Südtiroler (eigentlich suboptimal, wenn man die Sprache lernen will^^), der hier Doktorand für Musik ist.

Wenige Stunden nachdem ich mir diese Wohnung angeschaut hatte, sollte es mit Ole von Brisbane über Sydney nach Nadi/Fiji gehen. Wegen eines Sandsturmes wurde allerdings der Flughafen in Sydney bis zum Mittag gesperrt, so dass unser Flug nach Sydney also nicht planmäßig um kurz nach 10 Uhr ging. Ole fragte derweil am Qantas-Schalter nach, ob wir nicht den Direktflug von Brisbane nach Nadi nehmen könnten, schließlich hatten wir Angst, dass wir unseren Anschlussflieger in Sydney verpassen und die ganze Urlaubsplanung über den Haufen geworfen wird. Jedenfalls war der Direktflug gerade weg und Ole kam demnach ein paar Minuten zu spät zum Schalter. Der Sandsturm zog dann noch weiter nach Brisbane, weshalb die Sicht doch deutlich eingeschränkt war und wir erst etwa um 13 Uhr losflogen. In Sydney hatte dann allerdings so ziemlich jeder Flug Verspätung, so dass unser Flug nach Nadi erst halb 5 ging und wir demzufolge noch zwei Stunden Aufenthalt in Sydney hatten. In unserem Resort in Nadi waren wir erst halb 12 (+2 Stunden Zeitverschiebung), woraufhin wir unter sternenklarem Himmel noch kurz im Meer gebadet und uns in den Hängematten entspannt haben. Nach einer ziemlich kurzen Nacht und einem ebenso kurzen Frühstück ging es kurz nach 7 Uhr mit dem Bus zum Hafen, von wo wir mit einem großen gelben Katamaran, dem Yasawa Flyer (von dem Ding habe ich keine Fotos, siehe deshalb hier), zu einer Inselgruppe im Norden, den Yasawa-Inseln, gefahren sind. Nach drei Stunden Fahrt erreichten wir das Mantaray Island Resort, wo wir den Rest des Tages mit Entspannen, Baden, Sonnenbrand holen und Schnorcheln verbracht haben. Direkt vor dem Resort waren die Korallen aber bereits abgestorben, so dass es lediglich ein paar wenige Fische und kleinere Fischschwärme zu sehen gab. Die Mahlzeiten sind auf diesen einsamen Inseln immer bindend, d.h. Mittag und Abendessen (in beiden Resorts, in denen wir waren, war beides äußerst lecker) müssen noch zuzüglich bezahlt werden, je nachdem zu welcher Uhrzeit man dort ankommt. Die Zeiten für die einzelnen Mahlzeiten waren in beiden Resorts identisch (8-9, 12-13, 19-20 Uhr) und wurden immer durch lautes Trommeln angekündigt. Freitag wollten wir eigentlich mit dem Boot hinausfahren, um beim Schnorcheln Mantarochen anzuschauen. Allerdings müssen diese von Angestellten des Resorts immer erst gesichtet werden, bevor dann tatsächlich ein Boot mit den ganzen Touristen hinausfährt. An jenem Morgen wurden jedoch keine gesichtet, weshalb wir uns entschieden, am Vormittag die Insel noch ein wenig mehr zu erkunden. Einer der Angestellten zeichnete (!) uns freundlicherweise eine Karte mit den Strandabschnitten der Insel. Überhaupt ist die Freundlichkeit dieser Menschen sehr bemerkenswert, wobei man wirklich das Gefühl hat, dass diese von Herzen kommt und nicht eine Art Verpflichtung darstellt. Jedenfalls hat sich diese Inselerkundung in vielerlei Hinsicht gelohnt, entdeckten wir noch viel schönere Strände als den, der direkt vor unserem Resort lag. Für den Nachmittag ab 15 Uhr hatten wir eine vom Resort organisierte Schnorcheltour geplant, allerdings kündigte kurz zuvor ein lautes Trommeln am Strand an, dass die Mantarochen doch noch gesichtet wurden. Wenig später fuhren wir fünf Minuten mit dem Boot raus und schwammen mit einem Rochen, der eine Spannweite von schätzungsweise gut vier Meter hatte. Eigentlich unvorstellbar, die Größenverhältnisse sind unter Wasser sowieso schwer einschätzbar. Kurze Zeit schwamm er vielleicht einen halben Meter unter der Wasseroberfläche direkt neben den ganzen Schnorchlern, in diesem Moment wurde recht gut deutlich, wie riesig dieses Tier tatsächlich ist. Die paar Unterwasserfotos, die ich gemacht habe, können das wahrscheinlich schwer wiedergeben, was sich da vor dem Auge abgespielt hat.



Samstag sind wir dann mit dem Katamaran weiter zur Oarsman's Bay Lodge gefahren, die den Traumstrand schon direkt vor der Tür hat. Die Korallen waren zwar dort auch schon fast abgestorben, immerhin gab es noch mehr und noch buntere Fische zu bestaunen. Sonntagvormittag nutzten wir die Zeit nochmals und erwanderten die Hügel der Insel, von denen sich ein fantastischer Blick über die Insel selbst sowie die umliegenden Inseln bot. Nach dem Mittag ging es dann mit dem Yasawa Flyer innerhalb von vier Stunden wieder zurück nach Nadi, bevor es dann am nächsten Morgen sehr früh über Sydney zurück nach Brisbane ging.

Abends habe ich mir gleich noch den Schlüssel für die neue Wohnung geholt, so dass ich Dienstagmorgen einziehen konnte. Die restlichen Tage der Woche war ich dann mit einkaufen (ein paar Dinge, die ich unbedingt noch brauchte, waren tatsächlich schwer zu finden^^), sauber machen und Zimmer einräumen beschäftigt.

Am Wochenende waren wir in Noosa Heads und auf Fraser Island (größte Sandinsel der Welt). Demzufolge fuhren Ole, Martin, Christian, Norman, Robert und ich am Freitagabend mit den öffentlichen Verkehrsmitteln (Zug und Bahn) innerhalb von knapp vier Stunden Richtung Norden nach Noosa Heads. Unterkunft war wiedermal die Sammelunterkunft in einem Youth Hostel. Nachdem wir nochmal kurz im Bottleshop (nur dort kann man in Australien Alkohol kaufen) waren, haben wir den Abend am Strand ausklingen lassen.
Nächsten Morgen hieß es um halb 6 aufstehen, da viertel 7 bereits der allradbetriebene Minibus wartete, der uns nach Fraser Island brachte. Im Inneren der Insel konnte der Bus wirklich nur etwa 20 km/h fahren, am Strand ging es mit bis zu 80 km/h schon wesentlich schneller voran. Die Sandwege direkt durch den Regenwald mit allerhand Schlaglöchern und Wurzeln machten die Fahrt zu einer echten Adventure Tour (so nannte sich die Variante, die wir für 150 AUD gebucht hatten) und nicht immer angenehm. Der erste Halt war an der Central Station, von wo wir ein paar Schritte durch den Dschungel entlang eines kleinen Baches machten. Wenig später hielten wir am Lake McKenzie, wo die Tourführer das Mittagessen vorbereiteten, während wir eine Runde im kristallklaren Wasser an einem wahnsinnig weißen Sandstrand badeten. Nach dem wirklich guten Mittagessen ging es dann auch schon wieder Richtung Festland, so dass wir um 18 Uhr zurück in Noosa Heads waren. Nach einer Pizza sind wir zum Entspannen wiedermal zum Strand hinunter, wonach wir eigentlich im Youth Hostel noch eine Runde Billard oder Tischtennis spielen wollten. Allerdings hätten wir erst im Youth Hostel bleiben und danach zum Strand runter gehen sollen, da um 23 Uhr die Bürgersteige im Youth Hostel hochgeklappt und natürlich auch die entsprechenden Räume abgeschlossen wurden. An den Umstand, dass hier alles etwas früher anfängt und demzufolge auch früher aufhört, muss man sich wohl erst noch gewöhnen.



Sonntag wollten Christian, Norman und ich noch die Chance nutzen, sich vom Youth Hostel Surfboards kostenlos auszuleihen. Allerdings bot der nahegelegene Strand keine brauchbaren Wellen und zu allem Überfluss war dieser noch hoffnungslos überfüllt. Schließlich brachten wir die Boards schnell zurück und schlossen uns direkt den anderen an, um im Noosa National Park ein paar Schritte zu laufen. Entlang der Küste gab es schöne Strände, steile Felsklippen und springende Wale zu beobachten. An der Alexandria Bay, dem Strand im Osten des National Parks einige Kilometer vom Youth Hostel entfernt, gab es dann die erhofft hohen Wellen. Spaß hat es allerdings auch ohne Surfboard gemacht. Auf dem Rückweg wanderten wir quer durch den National Park, der in abgeschwächter Form dem Regenwald auf Fraser Island glich. Gegen halb 4 ging es mit Bus und Bahn wieder zurück nach Brisbane.

Heute (5.10.) begann das Praktikum bei SAP Research. Christian, der ebenfalls in dem Projekt tätig ist, das ich bearbeiten werde, gab mir schon mal eine kleine Einführung. Alex, mein Supervisor, hatte allerdings heute noch keine Zeit mich einzuweisen - Senior Researcher sind eben viel beschäftigt, sofern sie nicht gerade mal wieder in der Weltgeschichte unterwegs sind. Um 18 Uhr waren weitere SAP-Mitarbeiter und ich wieder (vor zwei Wochen war ich schon einmal dabei) knapp anderthalb Stunden Indoor-Beachvolleyball spielen. Zwar relativ kurz, aber immerhin besser als gar kein Volleyball.